ÖEHV-Coach Bader spricht Klartext: „Wir sind nicht A-Klasse“

Auch in der Stunde seines größten Erfolgs als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft war der Schweizer Roger Bader frei von Euphorie. „Es ist eine große Erleichterung, wir dürfen für eine A-WM planen“, sagte er, betonte aber einmal mehr: „Ich habe das vorher gesagt und sage das auch jetzt: wir sind nicht A-Klasse, wir sind meilenweit davon entfernt. Es muss viel passieren, dass wir A-Klasse werden.“

Bader meinte damit das österreichische Eishockey insgesamt. Denn nur sein Nationalteam spielt in der A-Gruppe, alle anderen im Nachwuchs in unterklassigen Weltmeisterschaften. Zudem spricht Bände, dass zuletzt vor zwölf Jahren (2006 Michael Grabner und Andreas Nödl) heimische Talente von einem NHL-Club gedraftet worden sind.

„Wir brauchen mehr Spieler, die in guten Ligen spielen. Jeder Nationaltorhüter soll in seinem Club die Nummer eins sein. Und jeder Spieler, egal in welcher Liga, soll viel und in den wichtigen Situationen spielen“, so Bader. Auch mehr Kräftemessen mit der Weltklasse steht auf seiner Wunschliste. „Nur durch Spiele gegen gute Gegner werden wir besser. Das läuferische Tempo haben wir hingekriegt, es geht um die Spielintensität, wenig Zeit haben und gute Entscheidungen treffen. Das kann man nur im Spiel selber erleben. Wir brauchen 30, 40 Spiele gegen Topnationen“, beschrieb Bader seine Sichtweise.

Österreich bekommt bessere Gegner

In der Vorbereitung auf die WM 2019 in der Slowakei, die am 10. Mai und damit eine Woche später als die aktuelle beginnt, wird ihm dieser Wunsch wohl erfüllt werden, rutscht doch das Nationalteam voraussichtlich in die Euro Hockey League und bekommt dadurch bessere Gegner. Als nächste Ziel gibt Bader, dessen Vertrag bis zur Olympia-Qualifikation läuft, den Klassenerhalt 2019 und Olympia 2022 in Peking.

Video: So entsteht die Eisfläche!

(APA/RED)