Sportdirektor Roger Bader und seine Bilanz zur erfolgreichen U20-WM.

Drei Tage sind seit dem Triumph von Minsk vergangen. Zeit also, in aller Ruhe den Aufstieg der österreichischen U20 in die Weltgruppe mit Sportdirektor Roger Bader Revue passieren zu lassen.

Österreichs Ausgangssituation war eine weniger rosige. Vorrangiges Ziel war der Klassenerhalt. Eine mögliche Medaille zwar in den Hinterköpfen, aber neben nicht vorrangig. Die Favoriten waren Weißrussland und Lettland. „Und Dänemark“, fügt Bader hinzu und erklärt: „Sie waren vier Jahre in der Weltgruppe und haben den Anspruch an den Aufstieg offen ausgesprochen.“

Spiel eins gegen Mitfavorit Weißrussland ging denkbar knapp mit 3:4 verloren. Das zweite Spiel gegen Norwegen wurde mit 5:2 gewonnen. „Das Schlüsselspiel war gegen Norwegen, als wir sehr früh 0:2 im Rückstand geraten waren und uns zurückgekämpft haben. Der Sieg hat Selbstvertrauen für das nächste Spiel gegeben“, antwortet Bader auf die Frage, wann klar wurde, dass sich mehr als nur der Klassenerhalt ausgehen würde.

„Jeder soll seine Schlüsse ziehen“

Trotz des Triumphes von Minsk werden kritische Stimmen laut, wonach der Erfolg der U20-Nationalmannschaft nicht viel bringen würde, weil die Jungen in den Vereinen kaum Chancen erhalten würden. Müsste man also den Vereinen den Erfolg entsprechend vorhalten? „Ich halte nichts davon, jemandem etwas vorzuhalten. Jeder ist zuständig dafür, seine Schlüsse zu ziehen“, sagt Bader und: „Heuer hatten wir eine Konstellation in der Mannschaft mit vielen Spielern, die im Ausland aktiv sind. Das wird es nicht immer geben.“

Wie sieht die Zukunft aus?

Auf die Frage, welchem Spieler der erfolgreichen U20-Mannschaft eine rosige Zukunft bevorstehe bzw. wer besonders aufgefallen sei, meint Bader: „Es wäre nicht fair, einen einzelnen Spieler heraus zu picken. Aber mit Benjamin Baumgartner hatten wir den Torschützenkönig und MVP des Turniers in unseren Reihen. Aber er spielt bereits beim HC Davos Profieishockey. Wir haben auch die beste Goalie-Leitung der letzten sechs, sieben Jahre erlebt.“

Klingt, als dürfte sich Villachs Tormann Alexander Schmidt auf weitere Einladungen ins Nationalteam freuen.

Bader wurde für Trainerzusammensetzung kritisiert

Mit Marco Pewal als Head Coach, Philipp Lukas und Philipp Pinter als Assistant Coaches sowie Jürgen Penker als Goalie Coach verfügte der Trainerstab über ein junges, aber vergleichsweise unerfahrenes Team.

Genau dafür wurde Bader kritisiert, wie er meint: „Ich wurde vor einem Jahr dafür kritisiert, dieses Trainerteam zusammengestellt zu haben. Sie alle waren Profis und Teamspieler. Ich war daher der Meinung, dass österreichische Trainer ihre Chance erhalten sollten. Und ich nehme sie als Team war. Das ist im modernen Eishockey wichtig, muss so sein.“

Welchen Erfolg die Trainerausbildung am bisherigen Abschneiden des jungen Trainergespanns hat, kann und will Bader nicht beurteilen (Anm.: ÖEHV, BSPA Wien und Universität Haaga Helia/Olympiastützpunkt Vierumäki). „Das ist schwierig zu sagen, wer am Erfolg welchen Anteil hat. Wichtig ist definitiv der Schritt, den wir vollzogen haben. Jenen in die moderne Trainerausbildung. Dafür ist Finnland mit seiner Einrichtung weltweit bekannt und geschätzt.“

Thomas Koch und das (doppelte) Championship-Winning-Goal