Mit neuem Trainer und einer verjüngten Mannschaft mit vielen „Local Heroes“ gehen die Vienna Capitals in die am Freitag (die Servus Hockey Night startet am 16. September, um 17.15 Uhr mit dem Spiel Salzburg vs. Bozen) nächster Woche beginnenden Saison der Erste Bank Eishockey Liga. Unter dem ehemaligen NHL-Coach Dave Cameron wollen die zuletzt im Halbfinale gescheiterten Wiener Champion Bozen und Österreichs Meister Red Bull Salzburg fordern.

Der Kanadier ist der größte Coup, der den Capitals in diesem Sommer gelungen ist. Cameron hat Kanadas Junioren zu Gold bei der U20-WM 2009 geführt, war fünfeinhalb Jahre Assistant-Coach in der NHL und von Dezember 2014 bis Saisonende 2015/16 Cheftrainer der Ottawa Senators. „Über 80 Kandidaten haben sich beworben“, erzählte Kalla. Cameron sei ein „international sehr erfahrener Headcoach, der auch viel mit Jugendmannschaften sehr erfolgreich gearbeitet hat“, begründete er die Entscheidung zugunsten des Kanadiers.

Der Spielstil von Dave Cameron

Er folgte auf Serge Aubin, dem Meistertrainer von 2017, die Ziele sind gleich hoch geblieben. „Jeder startet in die Saison, um den Titel zu gewinnen. Das ist bei uns nicht anders“, sagte der Kanadier im APA-Gespräch zu Beginn der Vorbereitung. Ähnlich wie die Ziele wird auch die Spielweise sein. „Ich glaube, es wird sich nicht viel verändern. Wir werden ziemlich ähnlich wie in der vergangenen Saison spielen. Die Capitals haben schon länger ein gutes Team, ich möchte den Aufbau und die guten Dinge fortsetzen“, meinte der 60-Jährige, für den die Capitals die erste Station in Österreich sind. „Das erste Ziel ist, jeden Tag besser zu werden und im Playoff unser bestes Hockey zu spielen.“ Die Ähnlichkeiten zum Spielstil der Vorsaison bestätigte auch Andreas Nödl im Gespräch mit servushockeynight.com: „Das System ähnelt seinem Vorgänger. Er will sehr schnelles Eishockey und ich glaube, da haben wir einen guten Griff gemacht.“

Cameron: Seine Transfers

Cameron hat dafür sechs neue Spieler und eine jüngere Mannschaft zur Verfügung. Die Caps bedienten sich bei den Transfers großteils bei der Konkurrenz aus der Liga. Aus Bozen kamen Verteidiger Matt Clark und Stürmer Chris DeSousa, aus Linz der Verteidiger Marc-Andre Dorion, in der vergangenen Saison punktstärkster Abwehrspieler der Liga, und aus Dornbirn mit Jamie Arniel deren bisheriger Kapitän. Die Wiener gehen mit einem Legionär weniger in die Saison, stolz ist man aber vor allem, dass 13 Spieler mit Wiener Wurzeln im Kader zu finden sind. Das Durchschnittsalter wurde so von 28,47 auf 26,76 Jahre gedrückt.

Cameron: Die Einstellung

„Ich hatte Coaching in Europa immer im Hinterkopf. Es ist ein bisschen ein Abenteuer“, meinte er. Wien als attraktive Stadt und ein Verein mit Ambitionen seien die entscheidende Kombination gewesen, sagte Cameron und erzählte auch von seinen einzigen Bedenken: „Ich wollte sicher sein, dass wir nicht eine Mannschaft haben, in der Spieler sind, die mit ihren Familien nur wegen der Lebensqualität gekommen sind. Ich will gewinnen!“ (APA/Red)