Aus was bestehen die meisten Vorstellungsgespräche? Richtig, aus nervenaufreibenden Fragen. Pünktlich zur neuen Saison haben wir die Klubs der Erste Bank Eishockey Liga zum Vorstellungsgespräch gebeten. Mit allem, was dazu gehört. Die Anrede ist Per Sie, die Fragen sind mehr oder weniger leicht zu beantworten und kommen druckfrisch aus den Personalbüros des Landes. Heute im Vorstellungsgespräch: Der Trainer der Dornbirn Bulldogs: Dave MacQueen. Bitte, nehmen Sie doch Platz. // Text: DK

servushockeynight.com: Erzählen Sie uns etwas über Ihre Vorbereitung.

Dave MacQueen: Wir hatten einen ziemlichen Umbruch im Vergleich zu letzter Saison, aber es sieht ganz gut aus, die Gruppe wächst zusammen, etwas was mir auch als Coach wichtig ist: Wir bringen nicht nur die richtigen Spieler, sondern die richtigen Menschen zusammen.  Wir haben in der Vorbereitung mit einem Spiel gegen eine junge Schweizer Mannschaft begonnen – es war ein „sanfter“ Start, um zu sehen, wo wir stehen. Ich mag, was ich sehe. Meine Mannschaft ist enthusiastisch, sie arbeitet hart – das sollte sie zu dieser Zeit des Jahres auch so machen.

Was wissen Sie über die Firma, bei der Sie tätig sind?

Unser Erfolg kommt aus unserer Vorstellung heraus, wie Arbeit aussehen muss. Wir kämpfen, wir wollen uns mit den Besten messen. Das soll nicht heißen, dass wir keine besonderen Fähigkeiten hätten, aber wir kommen aus der ‚Arbeiterklasse‘ heraus.

An welchen 3 Dingen werden Sie bis zum Saisonstart arbeiten?

Offensive so organisieren, dass wir im Scheibenbesitz bleiben – wir konzentrieren uns darauf. Wenn du in der Offensive in Scheibenbesitz bist, musst du keine Defensivarbeit leisten – und niemand spielt gerne defensiv und wenn, dann muss das stabil sein, wobei uns Rasmus Rinne hilft. Drittens: Special Teams, daran werden wir viel arbeiten. Special Teams können dich in ein Spiel zurück bringen oder entscheiden – das ist ein großer Brocken unserer Vorbereitung.

Unsere größte Stärke steht im Tor und heißt Rasmus Rinne

Was sind Ihre größten Stärken?

Unsere größte Stärke steht im Tor und heißt Rasmus Rinne, der uns deutlich stabilisiert hat. Eine weitere Stärke ist der Charakter: Unsere Jungs kümmern sich umeinander, keiner soll sich darum kümmern, wer das Tor geschossen oder den Assist geleistet hat. Ich weiß, dass in Europa sehr viel an Statistiken gedacht wird und Teams oft sagen: ‚Schau, seine Statistiken sind gut, holen wir ihn zu uns und geben ihm mehr Geld“, aber ich will meine Spieler davon überzeugen, dass es nicht immer wichtig ist, wer genau das Tor erzielt hat. Es geht um den Erfolg als Team, dann stellt sich individuelle Stärke von alleine ein.

… und die Schwächen?

Es ist keine echte Schwäche, aber: Wir bringen immer wieder junge Österreicher rein, die sich beweisen müssen. Das ist nicht schlecht, aber du musst ihnen immer viel beibringen, bis alles klappt. Aber hey, das ist unser Job.

Was können die Bulldogs in der Liga bieten, was andere Mitbewerber nicht bieten können?

Wir haben einige wirklich gute Spieler, keine Frage, aber wenn man unsere Mannschaft niederschreibt und so manche andere Mannschaft niederschreibt, muss man klar sagen: Sie haben die bessere Mannschaft. Das ist die Realität. Was wir aber anbieten können: Wir sind das bessere Team, ein zusammengewachsener Haufen.

Warum denken Sie, dass Ihr Verein die richtige Besetzung für diese Stelle ist?

Erfahrung. Ich bin mittlerweile seit sechs Jahren in Dornbirn, insgesamt gehe ich auf 25. Jahr als Trainer zu und Dornbirn ist erst mein vierter Job. Ich denke, ich bringe viel Loyalität mit. Wenn man mich und meine Familie gut behandelt, zahle ich es mit Loyalität zurück – und entweder ich habe über all die Jahre richtig viele Menschen reingelegt oder ich weiß einfach, was ich tue (lacht).

Sind sie bereit, für diese Position Überstunden zu leisten?

Ich will nicht, schon gar nicht Overtime. Aber wenn es sein muss, muss es sein (lacht)