Einen unglaublichen Abend erlebte Emergency Backup David Ayres.

Davon träumt wohl jeder Hobby- oder Amateurgoalie: Einmal in einem NHL-Spiel zwischen den Pfosten zu stehen. Dieser Traum wurde für David Ayres am 22. Februar zur Realität.

In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass so genannte Emergency Backup-Goalies für verletzte Profis aufs Eis mussten. Aber diese Geschichte könnte schöner und unglaublicher nicht sein.

Beide Hurricanes Goalies außer Gefecht

Die Toronto Maple Leafs empfingen die Carolina Hurricanes. David Ayres und seine Frau wollten sich das Spiel ansehen, einen schönen Abend genießen. Ayres stand aber plötzlich als Emergency Backup auf der Liste der Maple Leafs.

Bereits nach sechs Minuten und zehn Sekunden musste Carolinas Starting Goalie James Reimer verletzt vom Eis. Er wurde durch seinen Backup Petr Mrazek ersetzt. Der spielte 25:09 Minuten und verletzte sich nach einer Kollision mit Leafs-Spieler Kyle Clifford. Zu dem Zeitpunkt stand es 4:1 für Carolina.

Im Lager der Hurricanes war guter Rat teuer. Eine rasche Lösung musste nun gefunden werden. Zu dem Zeitpunkt stand es 4:1 für Carolina.

Reid Mitchell, Director of Scouting der Toronto Maple Leafs, kontaktierte Ayres, der es nicht fassen konnte, dass seine Dienste wirklich benötigt würden.

Ayres: Ältester Goalie feiert Debüt

Der 42-jährige Zamboni-Fahrer aus Whitby (Ontario) ging in die Umkleidekabine, zog sich um und feierte damit im zweiten Drittel als ältester Goalie in der NHL-Geschichte sein Debüt.

Die ersten zwei Schüsse im zweiten Drittel gingen noch rein. Im dritten Abschnitt ließ er keinen Treffer mehr zu und sorgte für einen 6:3-Erfolg der Hurricanes.

Spieler beider Teams und Fans feierten den Helden des Abends. Ayres wurde zum „First Star of the Game“ gewählt .

„Im zweiten Drittel war ich unglaublich nervös. Das hat sich im letzten Drittel gelegt. Es war unglaublich, was ich da heute erleben durfte“, diktierte Ayres den Reportern danach ins Mikro.

Ayres erhielt Niere seiner Mutter

Der Emergency Backup steht hin und wieder bei Trainings der Maple Leafs und deren Farmteam, den Toronto Marlies, am Eis. Er ist es also gewöhnt. „Nicht aber in Spielsituationen und schon gar nicht in einem NHL-Spiel. Das ist wieder was ganz anders“, sagte Ayres.

Dabei wurde sein Wunsch nach einer Profi-Karriere vor 15 Jahren aus gesundheitlichen Gründen gestoppt. Er brauchte eine Niere. Dieser bekam er von seiner Mutter. „Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich einen Abend wie diesen jemals erleben würde. Ein Traum wurde wahr“, freute sich Ayres.