Dornbirn Bulldogs-Manager Alexander Kutzer zieht zur abgelaufenen Saison Bilanz.

Im Grunddurchgang Letzter. In der Qualifikationsrunde Letzter. Geht es nach diesen beiden Fakten, war die Saison der Dornbirn Bulldogs völlig zu vergessen.

So einfach abzuhaken ist die Sache nicht, wenn das Gesamtbild ansieht. So sagt es auch Dornbirn Bulldogs-Manager Alexander Kutzer. „Dank des Ligenmodus hatten wir noch die Chance auf die Playoffs. Wir haben es verabsäumt, diese Chance zu nutzen“, sagt er.

Viele Faktoren spielen zusammen

Viele Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Vorarlberger letztendlich den letzten Platz in beiden Phasen des Grunddurchgangs am Ende nicht verlassen konnten.

Da war die Sache mit der Ausländerreduktion. Das hat man oft gehört. „Das kam vielleicht ein Jahr zu früh“, so Kutzer, denn: „Wir haben vor sieben Jahren mit dem Profisport angefangen und haben erstmals Output von unserer Nachwuchsarbeit, auch in Kooperation mit Bregenzerwald. Wenn du mit vier bis fünf U20-Spieler neu in die EBEL-Saison gehst, dann verlierst du am Anfang ein paar Spiele.“

Laut Kutzer haben die Imports in Dornbirn viel mit den jungen Spielern gearbeitet. Auch die Arbeit vom später gefeuerten Coach Jussi Tupamäki, der zwei Jahre lang den Nachwuchs Richtung Profibetrieb getrimmt hat, stimmte.

Von Beginn an viele Verletzte

Nun kommt das große Aber und Faktor zwei: Verletzungen und langwierige Krankheiten. „Wenn du im August, in der wichtigen Phase der Vorbereitung, beim Training verletzungsbedingt nur elf, zwölf Spieler hast, dann ist das ein Problem. Das war bei uns der Fall“, verrät Kutzer.

Vor allem die Ausfälle der beiden Neuzugänge Evan Trupp und William Rapuzzi waren kein Segen. „Wir hatten mit Verletzungen zu kämpfen, die lange Auszeiten mit sich zogen – vom gerissenen Kreuzband bis hin zur gebrochenen Hüfte“, so Kutzer.

Ob des dünnen Kaders und bedingt durch Verletzungen, hatte die Mannschaft teilweise kaum oder keine Regenerationszeit. So etwas spiegelt sich schließlich am Eis wieder.

„Aufgegeben hat das Team nie“

Und dennoch, so Kutzer: „Man kann dem Team viel vorwerfen, aber aufgegeben haben sie nie. Wir haben im Durchschnitt mit knapp 15 Spielern gespielt. So konnten wir ein, zwei Spiele hintereinander auf hohem Niveau spielen. Aber aufgrund der bereits genannten Faktoren kam dann wieder der Einbruch.“

Kutzer sieht viel Positives

Der Manager wehrt sich dagegen, nur auf den letzten Tabellenrang beschränkt zu werden. Er sieht einige positive Dinge, die die Saison mit sich brachte: „Ab Dezember waren wir soweit, dass wir die Top-Teams schlagen konnten. Das durch unser Spiel und nicht durch andere Faktoren.“

Ein weiteres Plus ist die Entwicklung der Jungen wie beispielsweise Philipp Pöschmann, Jannik Fröwis oder Simeon Schwinger. „Und man darf nicht vergessen, dass wir das einzige Team sind, wo ein Österreicher Topscorer in der Mannschaft war“, sagt Kutzer. Er spricht damit Emilio Romig an, der die Saison mit 29 Punkten beendete. Wobei das nicht ganz richtig ist. Auch der KAC hat einen teaminternen, österreichischen Topscorer: Thomas Hundertpfund.

Positiv sei laut dem Manager die Treue der Fans und Sponsoren. „Wir sind mit den Fans sehr zufrieden. Sie unterstützen unseren Weg. Wir haben in Vorarlberg viel Eishockey auf kleinem Fleck. Dazu kommt, dass wir in einer Tourismusregion leben und es rundum viele Veranstaltungen, neben den Spielen der anderen Vorarlberger Klubs, gibt“, meint Kutzer.

Kutzer: „Keine Ausrede“

„Alles bisher Genannte soll keine Ausrede für das Abschneiden in dieser Saison sein. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben. Wie bereits erwähnt, sind wir erst sieben Jahre im Profigeschäft. Da lernt man immer dazu“, sagt der Manager.

Was bringt die Zukunft?

„Nach so einer Saison wird es Veränderungen am Kader geben“, so Kutzer. Welche, kann er noch nicht sagen. Fix ist die Weiterverpflichtung von Head Coach Kai Suikkanen.

„Wir sind ein Verein, der auf Bewährtes setzt. Deshalb haben wir mit Suikkanen verlängert“, begründet Kutzer.

Und sonst? „Wir, Vereine und Liga, müssen in den nächsten zwei, drei Wochen unsere Hausaufgaben erledigen. Die EBEL ist ein gutes Produkt. Wir waren in den letzten Jahren eine der Ligen in Europa mit den knappsten Spielergebnissen. Wichtig wird es sein, dass wir genügend Mannschaften in der Liga haben und dass das Produkt weiter interessant gehalten werden kann“, hält sich Kutzer allgemein.

Aber eines ist für ihn klar und scheint auch sein Motto zu sein: „Als Kind lernt man hinzufallen und wieder aufstehen.“

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