Harald Springfeld arbeitet und lebt in China. Sein Aufgabenbereich: Organisation der Olympischen Spiele in Peking 2022.

In China, wo die Ausbreitung des Coronavirus seinen Ursprung hat, laufen die Vorarbeiten auf die Olympischen Winterspiele unbeirrt auf Hochtouren.

„Peking bereitet sich auf die Olympischen Winterspiele von 4. bis 20. Februar 2022 vor und lässt sich von den aktuellen Ereignissen nicht entmutigen“, sagt Harald Springfeld. Der Tiroler arbeitet für das lokale Organisationskomitee.

Springfeld war in seiner aktiven Karriere als Eishockeyspieler Stürmer beim HC Innsbruck und unterstützte dort auch das Vereinsmanagement und den Tiroler Verband in verschiedensten Funktionen.

Ab Herbst 2005 war er sechs Jahre als Sportmanager des ÖEHV tätig und ging danach als Sport Development Manager für den internationalen Eishockey-Verband nach Asien.

Springfelds Erlebnisse aus Asien

„Im Moment sind bereits rund 1.000 Leute im Organisationskomitee beschäftigt, das in einer ehemaligen Industrie- und Stahlfabrik im Westen Pekings untergebracht ist. Ein Großteil der Olympischen Sportstätten wird in diesem Jahr fertig sein“, berichtet Springfeld.

Bei den Olympischen Spielen 2016 war er als Berater des lokalen Organisationskomitees für das Eishockey-Turnier tätig und ist dies nun auch in seiner zweiten Heimat.

Springfeld war 2011 nach Asien gezogen, arbeitete in 17 asiatischen Ländern. Nun wohnt er mit seiner chinesischen Frau Wang Hui, die auf Olympia-Einsätze als Eishockey-Schiedsrichterin hofft, und dem sechsjährigen Sohn Justin Springfeld in der chinesischen Hauptstadt.

Alltag ist eingeschränkt

Auch in seiner neuen Heimat ist der Alltag durch das Coronavirus eingeschränkt. „Der Kindergarten ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, Home Office an der Tagesordnung“, beschreibt Springfeld das Leben in der über 20 Millionen Einwohner zählenden Metropole.

Das Wohnzimmer im 28. Stock eines Hochhauses mitten in Pekings „Business District“ hat er zum Fitnessstudio für seine Frau und zum Basketball Court für seinen Sohn umfunktioniert.

„Frage der Ausreise stellt sich nicht“

Dass er China wegen der mittlerweile abgeschwächten Ausbreitung des neuartigen Virus verlässt, stand für ihn nie zur Diskussion. „Die Frage einer Ausreise stellte sich für mich überhaupt nicht. Denn dass würde bedeuten, dass ich meiner chinesischen Familie wie auch meinem Arbeitgeber den Rücken kehren würde. Das kommt überhaupt nicht infrage“, betonte er.

Springfeld stimmt betreffend des Umgangs mit der Ausnahmesituation ein großes Lob auf China an. „Ein derartiges Kollektiv und das Miteinander einer Gesellschaft, mit Millionen von Leuten, die im Moment tagtäglich zum Teil massive Einschränkungen in Kauf nehmen, um dieses Virus vorerst zu besiegen, ist unglaublich und hat es in der Geschichte wohl noch nie gegeben. Es ist wirklich beeindruckend, wie China zusammenhält und durch das alles geht“, erklärte er.

(APA/Red)

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