Um die neue Punkteregel in der Erste Bank Eishockey Liga transparent und für die Fans verständlich zu machen, hat die Servus Hockey Night exklusive Einblicke in deren Zusammensetzung bekommen. Was verändert sich? Was ist neu? Hier die Übersicht. 

Bei der Generalversammlung der Erste Bank Eishockey Liga wurde die Anpassung des Punktsystems beschlossen. Mit der Saison 2019/20 dürfen pro Verein maximal 44 Punkte für Transferkartenspieler verwendet werden. Das alternative Punktesystem kommt auch nationalen Spielern entgegen, die in die Alterskategorie U25 wechseln. Was das genau bedeutet, was sich verändert, stellt die Servus Hockey Night mittels exklusiver Einblicke in die Formel dar. 

Warum gibt es die Punkteregel?

Erste Bank Eishockey Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger erklärt im Servus Hockey Night-Talk: „Die Punkteregel gibt es deshalb, um die Ausgeglichenheit in der Liga bestmöglich herzustellen. Das ist in einer internationalen Liga noch etwas komplexer, als in einer Liga, die in einem Land stattfindet. Bei uns waren/sind es fünf verschiedene Systeme, von den Steuern bis hin zum Arbeitsrecht. Die klassische Transferkartenregelung war in Zeiten einer Europäischen Union nicht mehr tragbar. Die Punkteregel hört sich kompliziert an, man kann es aber auf einen Satz reduzieren: Es ist ein Salary Cup, nur ist das Gehalt durch Punkte ersetzt. So hat es uns geholfen, das Produkt Erste Bank Eishockey Liga ausgeglichen zu gestalten. Es gab nicht immer den gleichen Meister, es waren alle aktuell beteiligten Teams in den letzten sechs oder sieben Spielzeiten in den Playoffs.“

So funktioniert die Punkteregel 2.0

Punktwertsystem

Aus diesen Faktoren setzen sich die neuen Regeln des Punktesystems zusammen. In welcher Liga hat der Spieler im Jahr zuvor gespielt? Die Erste Bank Eishockey Liga hat beispielsweise den Faktor 1,3125. Wie alt ist er? Dieser Faktor wird anhand des Jahrgangs errechnet. Ein U32-Spieler hat einen Wert von 1,28. Die genauen Werte dieser Faktoren, findet ihr weiter unten unter dem Punkt „Formel und Faktoren“

Welchen Punktwert hatte er letzte Saison? Hier errechnet sich der Faktor nach Punkten pro Spiel. Wie viele Spiele absolvierte er im Grunddurchgang – exklusive Zwischenrunde? Hier wird die Konstanz bemessen, wie das genau funktioniert, seht ihr weiter oben im Video oder unterhalb in der Grafik „Punkteformel 2.0“. Am Ende wird noch der Punktwert aus der vergangenen Saison herangezogen – bei Stürmern die Punktequote pro Spiel, bei Verteidigern die Punkte und die +/- Statistik. 

Die Punkteformel 2.0

So werden die im Punktwertsystem beschriebenen Faktoren in eine Formel gegossen. 

Formel und Faktoren

Das sind die festgelegten Werte für die einzelnen in der Formel vorkommenden Faktoren. Kein Punktwert kommt zum Tragen, wenn ein österreichischer Spieler über U24 im Jahr zuvor in einer anderen Liga gespielt hat und dann nach Österreich wechselt. Dann kann es keinen Punktwert aus der Erste Bank Eishockey Liga geben, deshalb wird er in dieser Kategorie an seinem Alter gemessen.

Die Kaderregelung NEU

Die wohl größte Revolution in der Punkteregel: Für die Saison 19/20 wurde die Reduktion der Imports auf maximal 12 – und somit um vier weniger – bereits festgeschrieben. Über die weitere Reduktion ab der Saison 20/21 wurden die Teams bereits in Kenntnis gesetzt, diese wurde aber noch nicht beschlossen. Auf die kommende Saison angesprochen erklärt Feichtinger: „Das bedeutet für manche Mannschaften unserer Liga natürlich eine Reduktion ihrer derzeitigen Kader und einen Bedarf an zusätzlichen nationalen Spielern, was dem großen Bild und dem großen Wunsch entspricht, noch mehr jungen Österreicher Einsatzmöglichkeiten zu geben.“

Angesprochen auf einen möglichen Niveau-Unterschied durch die neue Regelung meint Feichtinger: „Mit dieser Geschichte muss man sorgsam umgehen. Wir haben jetzt schon Vereine, die nur mit sieben oder acht Transferkartenspielern spielen. Das sind im Regelfall jene Mannschaften, die hier budgetär besser ausgestattet sind, weil sich diese Clubs unsere besten Österreicher leichter leisten können. Wir diskutieren das also nicht unter dem Gesichtspunkt des Imports-Problems, sondern des Österreicher-Problems, da nicht so viele Österreicher am Markt sind, damit die Kader ausreichend befüllt werden können. In diesem Spannungsfeld versucht man Dinge anzupassen und zu ändern, das ist auch für uns ein Schritt in eine neue Dimension.“

Die Punktwertliste der Saison 17/18

Um sich nun vorstellen zu können, wie beispielsweise die alte Formel in der Realität umgesetzt wurde, erhalten wir hier hier exklusiven Zugang von der Erste Bank Eishockey Liga zur Punktwertliste der Vorsaison. Zum Vergrößern in einem neuen Tab öffnen.

Die Punkteverteilung NEU bei Feldspielern

Feichtinger: „Es war eine der Vorgaben, diesen Sprung der Altersgrenze zu senken, da er bislang etwas zu groß war. Das wurde nun adaptiert, damit ein Spieler, der 24 Jahre alt ist, nicht mehr so schnell an Punkten gewinnt und dadurch für die Mannschaften auch attraktiv bleibt.“ Das heißt, wenn ein Spieler 25 wird, zählt er nicht mehr – wie bislang 1,5 – sondern bleibt bei 0,5 oder einem Punkt.

Die Punkteverteilung NEU bei Torhütern

Feichtinger: „Nationale Torhüter werden im Punktesystem immer schon bevorzugt. Ein nationaler Goalie kann einen Punktewert von 2 haben, ein internationaler Goalie hat einen Punktewert von 4. Jetzt wurde aufgrund der Anpassung für Feldspieler auch bei den Goalies der Wert bei Torhütern U26 der Wert von 1,5 auf 1 heruntergebracht.“

Den gesamten Servus Hockey Night-Talk zum Thema Ligagipfel mit Christian Feichtinger und Gernot Tripcke (Geschäftsführer DEL) gibt es HIER zum Nachsehen!