Ryan Foster kam, sah und siegte. Wie der Austro-Kanadier die Saale Bulls wieder auf Spur brachte.

Oberliga Nord – die dritthöchste deutsche Eishockey-Liga. Hierhin hat es Ryan Foster verschlagen. Zum zweiten Mal in seiner bisherigen Trainerkarriere.

Am 6. November geben die Saale Bulls die Trennung von Trainer Herbert Hohenberger bekannt. Zu unbefriedigend waren die Ergebnisse. Noch am gleichen Tag wird die Verpflichtung von Foster bekanntgegeben, der noch an diesem Tag anreist.

Die Bulls waren für Foster keine Unbekannte. Bereits in der Saison zuvor sprang er als Feuerwehrmann im Februar ein und löste Dave Rich als Headcoach ab.

Derby als Bewährungsprobe

„Ich hatte am Tag nach meiner Ankunft nur einen Tag mit der Mannschaft Zeit. Wir haben am Donnerstag zwei Einheiten absolviert“, erzählt der Austro-Kanadier. Am Freitag stand bereits das Derby gegen Leipzig am Programm. Foster feierte einen erfolgreichen Comeback-Einstand. Die Bulls gewannen im Shootout mit 4:3.

Foster zeigt sich ob des Erfolgs dennoch kritisch: „Wir haben zwar gewonnen. Aber mir hat der Spielverlauf nicht gefallen. In diesem Spiel haben wir schon mit 3:0 geführt. Das Team hatte kein Selbstvertrauen. Nach dem ersten Gegentor ließen sie die Köpfe hängen.“

Start des Erfolgslaufs

Sei wie es sei. Der Derbysieg brachte den Umschwung. Fosters Bulls haben seitdem alle fünf Spiele gewonnen und sind in der Tabelle auf den fünften Rang vorgerückt.

Was ist passiert? „Wir haben eine gute Mannschaft, mit guten Spielern. Einige bringen Erfahrung aus der DEL2 mit. Ich versuche, den Spielern in punkto positiver Einstellung zu helfen. Wayne Gretzky hat einmal gesagt, dass Eishockey zu 90 Prozent Kopfsache ist, der Rest ist physisch.“, sagt er. Dazu wurde die Spielweise nach den Vorstellungen Fosters umgestellt. „Wir wollen den Gegner sofort unter Druck setzen und versuchen, ziemlich aggressiv aufzutreten“, erklärt Foster.

Vertrag bereits verlängert

Auf die Frage, warum er nach der letzten Saison nicht beim Klub geblieben sei, antwortet Foster: „Die Bulls hatten Hohenberger bereits im Jänner für die nächste Saison verpflichtet.“

Nun ist es anders. Foster hat einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison. Langfristiges Arbeiten wird so ermöglicht, denn die Bullen haben ein Ziel: DEL2. „Auch das Umfeld bereitet sich darauf vor. Die Halle wird bis 2023 renoviert“, verrät Foster.

Die nächste Bewährungsprobe steht vor der Tür: Das Heimspiel gegen Tabellenführer Tilburg Trappers.

Zwischen Alps Hockey League und EBEL

In Österreich ist die Deutsche Oberliga kaum bekannt. „Das Niveau“, beschreibt Foster: „liegt zwischen EBEL und Alps Hockey League. Wir haben in der Oberliga Profiteams.“

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