Pre Season-Interviewserie: Patrick Harand (EC KAC) über den Druck, den Titel verteidigen zu wollen, den Grazer Bunker und duschen vor dem Spiel.

Interview: Erich Hober

servushockeynight.com: Wie war die bisherige Vorbereitung? Die Champions Hockey League Spiele verheißen Gutes.

Die Vorbereitung war ganz gut. Das Tempo in der Mannschaft ist hoch. Das Gute ist, wir haben den Stamm der Mannschaft behalten und nur zwei neue Spieler dazu bekommen, die sich sehr schnell bei uns eingefügt haben.

Gibt der Meistertitel eine Extraportion Motivation, in der Vorbereitung noch mehr an sich zu arbeiten?

Das Schönste wäre natürlich, den Titel zu verteidigen. Die Saison startet ganz neu. Alle Mannschaften haben sich wieder verstärkt. Es beginnt die Jagd auf uns, das wissen wir. Der Trainer drillt uns das schon ein, dass jeder Gegner den vollen Fokus erfordert. Das wird natürlich auch in der Vorbereitung verlangt.

Was würdest du am liebsten aus dem Vorbereitungsprogramm streichen?

Die Vorbereitungsphase ist immer das Schwierigste für uns, weil da wird voll zur Sache gegangen. Sobald die ersten Vorbereitungsspiele anfangen, bist du wieder in einem gewissen Rhythmus drinnen. Der Körper gewöhnt sich wieder daran. Jeder Spieler hat so seine Sachen, die er mag oder nicht. Aber da müssen wir alle durch.

Hat dich einer deiner Kollegen in der Vorbereitung besonders überrascht?

Das Kollektiv ist sehr gut. Allein schon in der ersten Trainingswoche war das Tempo richtig gut. Wir sind alle mit einer Freude dabei. Das zeigt sich auch am Eis.

Wird es heuer wieder das Matikainen-System geben oder was erwartet die Gegner heuer?

Wir brauchen nicht viel am System ändern. Es wird vielleicht kleinere Veränderungen geben. Wenn es sein muss, wird sie der Trainer vornehmen. Die Aufgabe für uns ist es, jeden Gegner mit vollem Fokus anzugehen.

Der KAC war in der Vergangenheit dafür bekannt, gefühlt überdurchschnittlich viele Chancen erarbeiten zu müssen, um Tore zu erzielen. Andere Teams haben an der Qualität der Torhüter geschraubt. Kann das ein Problem werden?

Wir haben mit Lukas Haudum und Manuel Ganahl zwei Stürmer eingekauft, wo wir wissen, dass sie auf jeden Fall Tore schießen können. Das war sicher eine Voraussetzung, warum sie der Trainer geholt hat. Aber es lastet jetzt kein sonderlicher Druck auf ihnen, weil im Großen und Ganzen steht die ganze Mannschaft im Fokus und nicht eine einzelne Person. Natürlich wäre es schön, wenn du in gewissen Situationen wie im Powerplay jemanden hast, auf den du dich verlassen kannst. Du spielst dem die Scheibe zu und er macht das Tor. Für uns war es immer wichtig, hinten wenig Tore zu bekommen und vorne die wenigen Chancen zu nutzen.

Warum wird der KAC am Ende der Saison abermals ganz oben stehen?

Weil wir als ganze Mannschaft dahinterstehen, damit wir es nochmals schaffen. Wir können zufrieden sein, dass wir den Meistertitel geholt haben. Aber es gibt noch Spielraum nach oben – in der ganzen Mannschaft. Es kann jeder noch mehr, noch stärker sein. Wenn es uns gelingt, den Spaß beizubehalten und Kampfgeist zu zeigen, sollten wir vorne dabei sein. Man darf aber nicht vergessen, dass die Gegner heuer um einiges stärker geworden sind.

An wen oder was denkst du beim Wort „Erfolg“?

Tiger Woods oder Michael Jordan.

In welcher Halle spielst du am liebsten?

Es hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Graz hat eine sehr schöne Halle, in der ich sehr gerne spiele. Ich habe auch vor dem Umbau schon gerne dort gespielt. Aber nun mit der neuen Bande und dem Eis ist das schon toll. Eigentlich überall, wo es die neuen Banden gibt (Anm.: flexible Banden).

Wenn du die Banden außer Acht lässt und nur an Fans etc. denkst?

Da gibt es keine Halle, die so schlimm wäre, dass man sagen müsste, ich will da gar nicht hin. Es gibt natürlich immer Spielstätten, wo du daran denkst, dass du im Vorjahr kein Tor geschossen hast. Dann schießt du dort auf einmal wieder Tore. Also, wenn man nach dem geht, dann dürfen wir gar nicht mehr Eishockey spielen (grinst).

Wie läuft deine Spielvorbereitung? Willst du etwas an dir ändern?

Da habe ich sicher meine Macken und Rituale. Ich werde diese beibehalten. Weil wenn du etwas jahrelang machst, kannst du das nicht einfach so abstellen. Ich nehme beispielsweise den linken Schuh zuerst. Ich denke, das ist so eine Gewohnheitssache. Für alles andere habe ich meinen Zeitplan. Ich gehe zuerst massieren, dann aufwärmen, duschen und ziehe mich dann um. Da geht es aber nur um einen Zeitablauf, damit ich weiß, wie lange ich es noch bis zum Match habe. Wenn wir spät in eine Halle kommen, na gut, dann muss ich halt was weglassen oder mache es dann schneller.

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