Entscheidung im Penaltyschießen. Österreich steigt nach dem Krimi gegen Italien ab. Der 14. Penalty brachte die Entscheidung.

Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Slowakei das Ziel Klassenerhalt verfehlt und muss nach einem verlorenen Penaltythriller in der A-Gruppe in die Division 1A absteigen. Die ÖEHV-Auswahl verlor am Montag in Bratislava das direkte Duell um den Klassenerhalt gegen Aufsteiger Italien mit 3:4 n.P. (2:1,0:2,1:0;0:0,0:1).

Das Entscheidungsspiel wurde ein Kampf auf Biegen und Brechen, der erst im Penaltyschießen entschieden wurde. Der im ersten Penalty noch glücklose Sean McMonagle traf im siebenten Versuch für seine Mannschaft und sicherte den Italienern den Klassenerhalt.

Raffl hielt Österreich im Spiel

Die Mannschaft von Roger Bader geriet durch einen Treffer von Anthony Bardaro in Rückstand (10.), ging dank Manuel Ganahl (12.) und Michael Raffl (17.) aber mit einem 2:1 in die erste Pause. Im Mitteldrittel gingen die Italiener durch Tore von Simon Kostner (35.) und Marco Rosa (39.) wieder in Führung, Michael Raffl (42.) gelang mit seinem zweiten Treffer der Ausgleich.

Die Österreicher starteten druckvoll in das Entscheidungsspiel, in Führung ging aber Italien. Bardaro bezwang David Kickert, der seine Muskelverletzung auskuriert hatte, mit einem Schuss ins Kreuzeck.

Doch Raffl und Co. schlugen zur Freude der lautstarken Hundertschaften rot-weiß-roter Fans schnell zurück. Nach einem Vorstoß von Clemens Unterweger verwertete Ganahl den Abpraller zum Ausgleich. In der 17. Minute spielte NHL-Stürmer Michael Raffl seine ganze Klasse aus und sorgte für eine 2:1-Führung. Alexander Rauchenwald vergab wenig später die große Chance auf das 3:1 (17.).

Im Laufe des Mitteldrittels kamen die Italiener auf und durch Kostner zum Ausgleich (35.). Im siebenten Spiel in zehn Tagen konnten die Österreicher im Schlussdrittel aber noch zulegen. Michael Raffl setzte sich vor dem Tor durch stellte mit seinem vierten Turniertreffer den Gleichstand wieder her.

Im Powerplay scheiterten Michael und Thomas Raffl sowie Hofer, so ging das Spiel in die Verlängerung. Im Spiel 3-gegen-3 dominierten die Österreicher klar, brachten die Scheibe aber nicht über die Linie. Im Penaltyschießen trafen nur Konstantin Komarek, der seinen zweiten Versuch dann vergab, und Alexander Rauchenwald. Das war am Ende zu wenig, da McMonagle den zuvor starken Kickert im entscheidenden Moment bezwang.

Damit verloren die Österreicher alle sieben Spiele in Bratislava, blieben erstmals seit 14 Jahren bei einer Weltmeisterschaft ohne Sieg und verspielten die Hoffnung, sich wieder langfristig als A-Nation zu etablieren. (APA)

Penaltyschießen:

0:0 – McMonagle daneben
0:0 – Ganahl, Bernard hält
0:0 – Bardaro, Kickert hält
1:0 – Komarek
1:1 – Miceli
1:1 – M. Raffl, daneben
1:1 – Hofer, Kickert hält
1:1 – Heinrich, Latte
1:2 – Rosa
2:2 – Rauchenwald
2:2 – Komarek, Bernard hält
2:2 – Miceli, Kickert hält
2:2 – Schneider, Bernard hält
2:3 – McMonagle

Österreich – Italien 3:3 nach 60 Minuten und Verlängerung (2:1,0:2,1:0,0:0)
Bratislava, Ondrej Nepela Arena, 9.085
Tore: Ganahl (12.), M. Raffl (17., 42.) bzw. Bardaro (10.), Kostner (35.), Rosa (39.). Strafminuten: 4 bzw. 6.

Österreich: Kickert – Pallestrang, Heinrich; Schumnig, Unterweger; Schlacher, Strong; Peter – Schneider, Herburger, T. Raffl; M. Raffl, Komarek, Hofer; Haudum, Rauchenwald, Zwerger; Ganahl, Hundertpfund, Obrist

Italien: Bernard – Hofer, Trivellato; McMonagle, Helfer; Tauferer, Zanatta; Pavlu, Marchetti – Gander, Andergassen, Traversa; Bardaro, S. Kostner, Miceli; Insam, Rosa, Ramoser; Hochkofler, Lambacher, DeLuca