Der Linzer Sieg am Sonntag gegen Innsbruck war hart erkämpft. Grund genug den Black Wings am Tag danach einen Besuch abzustatten und die ersten Wochen der Ära Tom Rowe Revue passieren zu lassen.

Text: Martin Pfanner // Auf Twitter: @mpfanner  // Auf Instagram: @martinpfanner

An dieser Stelle findet ihr in unregelmäßigen Abständen Einschätzungen der Servus-Hockey-Night-MitarbeiterInnen zur Spielzeit 18/19. Ob VOR, WÄHREND, oder NACH der Saison, es gilt: immer subjektiv und auf eigenen Beobachtungen beruhend. Darüber hinaus: Immer fair, aber manchmal kontrovers.

Zwei Monate, zwei Trainer

Zwei Monate, fast auf den Tag genau, sind seit der letzten Servus Hockey Night-Stippvisite in Oberösterreich vergangen. Seither ist viel passiert. Die Black Wings haben mit dem 62-Jährigen Tom Rowe erneut einen erfahrenen, aber außerhalb Nordamerikas weitestgehend unbekannten, Trainer verpflichtet. Aber selbst der Wechsel von Troy Ward zu Rowe konnte den erstmaligen Gang in die Qualifikationsrunde nicht verhindern. So weit die Ausgangslage, viel wichtiger: die nahe und mittelbare Zukunft des Playoff-Dauergasts. 

Leave the jersey in a better place – Tom Rowes Arbeitsauftrag
Leave the jersey in a better place – Tom Rowes Arbeitsauftrag

Rowe: Keine Panik, sondern Spaß bei der Arbeit

Was beim Training der Black Wings auffällt: Rowe lässt coachen. Seine Assistant-Coaches führen die individuellen Drills durch, der US-Amerikaner beobachtet und schreitet nur fallweise mit kleinen Kurskorrekturen ein. Rowe gibt zu: „Teaching im Sinne des Vermittelns war anfangs genauso im Fokus, wie auch das Selbstvertrauen der Truppe wieder herzustellen.“

Nach einem Sieg weit logischer als nach einer Niederlage, aber die Mannschaft wirkt, als ob sie sichtlich Spaß bei der Arbeit hat. Dieser Spaß war dem Vernehmen nach auch nach der Auftaktniederlage in Villach nie in Gefahr. „Wir haben unsere Chancen, die ohne Frage da waren, nicht genutzt. Kein Grund in Panik zu geraten“, verrät Rowe bevor das Aufnahmegerät eingeschaltet wird.

In der Qualifikationsrunde nicht alltäglich: Spaß beim Training

Im Gespräch mit der Servus Hockey Night spricht der Stanley-Cup-Sieger darüber, wie es bereits während des Wirkens von Troy Ward zur initialen Kontaktaufnahme kam. Er plaudert aber auch über seine emotional sehr intensive Zeit als Trainer von Lokomotiv Yaroslavl, wo zwei Jahre zuvor die komplette Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Und er erzählt von seiner Wandlung vom „Screamer“ zum etwas ruhigeren Gemüt und wie es um eine Vertragsverlängerung bei den Black Wings steht.

Tom Rowe ungekürzt

Der Podcast kann gleich hier via Playbutton abgerufen werden:
(warten bis das File – erkennbar am weißen Balken – etwas geladen hat)

Alternativ kann das Interview – mit einem bestehenden Abo – auch über Spotify nachgehört werden:

Die hieb- und stichfeste Prognose für die Black Wings:

Troy Ward war eigen, keine Frage. Vom Trainer-Typ ist Rowe deutlich mehr „hands on“ als sein Vorgänger. Er ist viel mehr um Stimmung und Chemie der Mannschaft bemüht, als dies vielleicht in der Zeit vor seinem Wirken der Fall war. Rowe wirkt wie der richtige Mann zur richtigen Zeit. Ob er das wirklich ist, zeigen die nächsten sechs Spiele. Es wäre eine riesige Überraschung, wenn es bei diesem halben Dutzend Spiele bleiben würde. Vom Gefühl werden die Black Wings zumindest 15 weitere Saisonspiele absolvieren. Und ja, das wäre gleichbedeutend mit zumindest einem Semifinaleinzug.