Thimo Nickl spielt seit dieser Saison für die Drummondville Volitgeurs. Aktuell ist er punktebester Verteidiger seines Teams.

Thimo Nickl und Fabian Hochegger haben in der letzten Saison mit dem EC KAC den U18 Meistertitel geholt. Für Beide war es, wie für alle im rot-weißen Traditionsklub auch, ein historisches Jahr. Der EC KAC gewann nebst der EBEL alle Titel im Nachwuchsbereich.

Nickl und Hochegger sind bekanntlich nicht mehr Teil des KAC. Sie zog es nach Übersee. Zu den Drummondville Voltigeurs in der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL), eine der drei Premium-Juniorenligen in Nordamerika.

Hochegger hält nach 19 Spielen bei neun Punkten. Nickl kommt bei ebenso vielen Spielen auf 13 Punkten und ist damit teamintern punktebester Verteidiger.

servushockeynight.com: Wie kam das Engagement in Kanada zustande?
Nickl: Letztes Jahr im Sommer wurden meine Freunde Marco Rossi (Ottawa 67s) und David Maier (Peterborough Petes) in die OHL gedraftet. Seit diesem Tag machte ich es mir zur Aufgabe, das gleiche zu schaffen. Mit Hilfe meines Managers und seiner Agentur konnte dieser Traum in Erfüllung gehen. Ich bin jetzt mehr als zufrieden.

Mittlerweile sind einige Wochen und Monate in Kanada vergangen. Wie hast du dich eingelebt? Wie lebst du vor Ort?
Es war von Anfang an eine Herausforderung. Aber durch die neuen Teamkollegen der Familie, bei der ich lebe, fühle ich mich wie zu Hause. Hier in Drummondville lebe ich bei einer vierköpfigen Familie, die ungefähr fünf Minuten von der Eishalle entfernt wohnt.

Die Dimensionen im Juniorenbereich sind mit Österreich weder sportlich noch im Eventbereich nicht zu vergleichen. Sollten viel mehr junge Spieler den Sprung nach Kanada wagen?
Unsere Liga ist eine U20-Liga. Man darf aber drei 20-jährige Spieler einsetzen. Wir sind hier in Drummondville die einzige Mannschaft in der Stadt. Wir werden hier schon fast zu gut behandelt (grinst). Zu unseren Spielen kommen immer um die 2.000 Zuschauer. Jeder weiß hier, wer du bist. Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Das allein ist schon mit einer U20 zu Hause nicht vergleichbar. Ich kann es nur jedem jungen Spieler empfehlen, hart an sich zu arbeiten. Dann zahlt es sich auf jeden Fall aus. Hier lebt man einfach Eishockey. Es macht viel Spaß. Man sieht einige neue Sachen, Techniken, Rituale usw.

Rein sportlich scheinst du bei den Volitgeurs angekommen zu sein. Aktuell bist du teamintern punktebester Verteidiger. Wie war für dich die Umstellung aufs kanadische Eishockey?
Es war ungewohnt. Zum Beispiel ist mir nach Schüssen bei einer Übung die Bande immer zu nahegekommen und ich bin fast immer hingefallen. Aber mittlerweile liebe ich das kleinere Eis. Das Spiel wird dadurch viel schneller und intensiver.

Welche persönlichen Ziele hast du?
Meine Spielart in Kanada zu finden und natürlich der NHL Draft am Ende der Saison.

Gibt es Dinge, die dir in Übersee besonders gefallen bwz. vielleicht weniger?
Hier lebt man natürlich Eishockey. Jeder hat Ahnung von dem Sport. Es ist das einzige was zählt. Das ist natürlich unglaublich. Es gibt nichts, wo ich sage das stört mich und damit kann ich nicht leben.

Wie geht man mit ausländischen Spielern im Team um? Gibt es Unterschiede? Müsst ihr euch mehr beweisen als zum Beispiel die Kanadier?
Es gibt Unterschiede. Das Team teilt sich in die französisch Sprechenden und Englisch Sprechenden. Aber bei einem Spiel ziehen alle an einem Strang. Natürlich muss man sich beweisen und zeigen, warum man einem Kanadier den Platz wegnimmt. Aber im Endeffekt muss man sich genauso beweisen wie jeder andere Spieler auch.

Hast du langfristige Ziele? Wie sieht deine Zukunft aus?
Ich will Eishockey zu meinem Leben machen. Ich will Geld damit verdienen. Aber der Hauptgrund ist nicht das Geld. Es ist der Spaß und die Lust am Eishockey.

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