U20-Head Coach Marco Pewal spricht über die WM, Aufgabenverteilung und Zukunft der Jugend.

Den 15. Dezember 2019 wird Marco Pewal so schnell nicht vergessen. Als Head Coach der österreichischen U20-Nationalmannschaft gelang ihm der Aufstieg in die Weltgruppe. Nächster Halt: Weltmeisterschaft in Kanada 2020.

Realisiert hat er den Erfolg auch Tage danach noch immer nicht. Vielleicht auch, weil er gleich nach seiner Ankunft in Österreich erkrankt ist. „Ich werde das alles erst in den nächsten Wochen realisieren“, glaubt der Head Coach.

In den Stunden nach dem großen Erfolg wurde viel über den Eishockeynachwuchs in Österreich diskutiert und analysiert. Meinungen gibt es viele, am Tun scheint es zu scheitern. „Wichtig ist, dass wir uns nun nicht zurück lehnen. Ich bin seit drei Jahren dabei. In dieser Zeit hat uns der Verband gute und starke Gegner beschafft. Das war wichtig, damit unsere Jungs von denen lernen“, sagt Pewal.

Der größte Verlust

Dass dem Villacher für die WM in Kanada einige Spieler aus der Aufstiegsmannschaft von Minks altersbedingt weg brechen, damit muss er in seinem Job leben. „Dass beispielsweise Alexander Schmidt nicht mehr dabei ist, ist ein großer Verlust“, so Pewal, der damit die Meinung von ÖEHV-Sportdirektor Roger Bader unterstreicht.

Aber: „Im Februar fahren wir mit dem 2001er-Jahrgang nach Norwegen. Auch bei den 2002er- und 2003er-Jahrgängen haben wir gute Spieler. Wichtig ist, dass wir in der Vorbereitung wieder gegen starke Nationen testen können.“

Erfolg beruht auf Teamwork

Gegenüber der Servus Hockey Night meinte Bader, das Trainergespann trat wie ein Team auf, so wie es im modernen Eishockey sein soll. Dem pflichtet Pewal bei: „Wir arbeiten alle zusammen. Ich bin jetzt nicht so der Chef. Jeder bringt seine Meinung ein. Wir reden darüber. Am Ende muss ich die Entscheidung treffen.“

So waren laut Pewal Philipp Pinter für das Powerplay, Philip Lukas die Unterzahl und Jürgen Penker für die Goalies und die Beobachtung der Spiele zuständig.

„Aber auch unser Equipment Manager Markus Schmidt, Physiotherapeut Christian Brenter und Teamarzt Stefan Neuhüttler trugen zum Erfolg bei“, lässt Pewal niemanden außer Acht.

Das Erfolgsgeheimnis

Dass das Abenteuer Minsk so erfolgreich abgeschlossen werden konnte, liegt neben der spielerischen Leistung auch am gesamten Trainerstab. „Ich denke, wir kommen authentisch rüber. Wir reden viel mit den Spielern. Es wird hart gearbeitet, aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz“, verrät Pewal.

Was bringt die Zukunft?

Dass die Installierung von Farmteams, die in der Alps Hockey League spielen, für Junge kein Fehler ist, wurde selbst von Spielern bestätigt. „Ich bin voll dafür. Es ist leider alles eine Geldfrage“, sagt Pewal auf die Frage, ob nicht jeder EBEL-Club ein Farmteam installieren sollte.

Ihm und Spielern seiner Generation hat das System eines Farmteams geholfen, wie er sagt. Ende der 90er-Jahre gab es ein solches unter dem Namen „Team Telekom“ in Kärnten (Anm.: Mit Nachwuchsspielern von KAC und VSV, das an der Nationalliga teilnahm. „Wir haben auch mal hoch verloren, aber auch viel dazugelernt“, erinnert er sich.

Dass ein Farmteam bei jedem EBEL-Club eher ins Reich der Utopie gereicht werden muss, ist ebenfalls klar. Dennoch würde sich Pewal eines wünschen: „Wenigstens eine starke U20-Liga. Eventuell mit starken ausländischen Teams.“

So entsteht eine Goaliemaske