Mark Pavelich schrieb mit dem US-Team 1980 in Lake Placid Geschichte. Nun folgte der Absturz.

Mark Pavelich war Teil der legendären US-Nationalmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid die Sowjetunion mit 4:3 schlug und damit das „Miracle on Ice“, das Wunder von Lake Placid, begründete.

In diesem Spiel hatte Pavelich mit zwei Assists, eines davon zum entscheidenden 4:3, wesentlichen Anteil am größten Erfolg des US-amerikanischen Eishockeys.

Streit wegen Bier

Im August dieses Jahres wurde bekannt, dass der 61-jährige Pavelich in Cook County verhaftet wurde. Er soll einen Freund mit einer Metallstange attackiert und geschlagen haben. Dieser habe bei der Attacke Rippenbrüche, eine Wirbelfraktur und Verletzungen an der Niere davongetragen.

Grund der Attacke, die nach einem gemeinsamen Angelausflug passierte, soll Streit ums Bier gewesen sein.

Pavelich verhandlungsunfähig

Im Oktober stand Pavelich in Minnesota vor Gericht, wurde aber vom Richter für verhandlungsunfähig eingestuft. Der Richter ordnete eine Untersuchung durch Psychologen ein. Er war der Meinung, Pavelich könne dem Verlauf vor Gericht nicht klar folgen.

Die Untersuchung ergab, dass Pavelich unter anderem an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Er habe Wahnvorstellungen. Dies drücke sich unter anderem darin aus, dass er glaube, Menschen, die ihm nahe stünden, würden ihn vergiften wollen.

Der Bezirksrichter von Minnesota erklärte ihn diese Woche für psychisch krank und gefährlich. Im kommenden Februar wird es eine weitere Anhörung geben. Dann soll entschieden werden, wie in seinem Fall weiter verfahren wird.

Tragischer Hintergrund

Jean Gavik, die Schwester von Pavelich, vermutet, dass er an CTE (chronisch traumatische Enzephalopathie) leidet, da er während seiner Karriere zahlreiche Erschütterungen des Gehirns erlitten haben soll.

Sie und ihre Familie habe Veränderungen wahrgenommen. „Mark ist eine der freundlichsten Personen. Er hat nie jemand anderen verletzt. Sein Wesen hat sich in letzter Zeit verändert“, wird Gavik zitiert.

Diese Vermutung Gaviks wird auch von Psychologin Jacqueline Buffington bestätigt. Die Folgen von CTE sind Gedächtnisverlust, Depression, Selbstmord. CTE könne aber erst nach dem Tod diagnostiziert werden.

Goldmedaille verkauft

Pavelichs Frau starb 2012 nach einem Sturz von einem Balkon. Einige Jahre später verkaufte er aus familiären Gründen seine Goldmedaille von den Olympischen Spielen für 250.000 Dollar.

Meister mit Bozen

Nach dem Wunder von Lake Placid spielte Pavelich eine Saison für den HC Lugano, fünf Saisonen für die New York Rangers, eine Saison für die Minnesota North Stars und zwei Jahre für den HC Bozen.

Mit den Italienern gewann er in der Saison 1987/88 den Meistertitel. Den insgesamt zehnten Titel für Bozen.

Seine Karriere beendete Pavelich in der Saison 1991/92 nach nur zwei Spielen für die San Jose Sharks.