Die Buffalo Sabres haben beim diesjährigen NHL-Draft in Dallas wie erwartet den schwedischen Verteidiger Rasmus Dahlin an der ersten Stelle ausgewählt. Doch für Aufsehen sorgte ein Mann aus den hinteren Reihen.

Der 18-Jährige Dahlin spielte in der vergangenen Saison bei Frölunda in der schwedischen Liga. Dahlin ist der zweite Schwede nach Mats Sundin 1989, der zur Nummer eins im NHL-Auswahlverfahren avancierte. Er wird immer wieder mit dem fünfmaligen All-Star Erik Karlsson verglichen, der einst selbst für Frölunda gespielt hat. Bei der jüngsten U20-WM wurde Dahlin als bester Verteidiger ausgezeichnet und holte mit Schweden die Silbermedaille. Die ersten drei Draftpicks des Jahres 2018 wurden allesamt für in Europa geborene Spieler verwendet. Der russische Flügel Andrei Swetschnikow ging als Nummer zwei an die Carolina Hurricanes, die Montreal Canadiens wählten als Nummer drei den finnischen Center Jesperi Kotkaniemi aus.

Liam Kirk vor NHL-Draft: „Ich fand kein Eis“

In allen etwas die Show stahl allerdings der Kandidat an 189. Stelle: Liam Kirk. Der 18-Jährige wurde in der siebten Runde von den Arizona Coyotes gedraftet und schrieb damit Geschichte: Kirk ist nach Angaben der NHL, der erste in England geboren und trainierte Spieler, der im NHL-Draft ausgewählt wurde.  „Ich habe keine Worte dafür“, sagt Kirk, der den Draft anders als die Top-Picks nicht vor Ort, sondern von England aus verfolgte. Bereits am Montag wird Kirk zum Aufbaucamp der Coyotes reisen. Dabei gilt es sich rasch an das Eis zu gewöhnen, da er davon zuletzt in England nicht viel gesehen hat. „Ich habe versucht Eis zu finden, aber es war nicht viel da“, so Kirk.

Kirk kommt von Elite Ice Hockey League-Club Sheffield, dort zeigt man sich naturgemäß erfreut: „Wir sind so stolz auf Liam, einen jungen Engländer mit einem Traum“. Auch Kirk selbst weiß, dass der Draft einer kleinen Sensation gleichkommt. „Es ist eine Ehre gedraftet zu werden, aber aus England zu sein, das macht es eigentlich unglaublich. Ich hoffe, dass öffnet vielen Kindern die Augen, dass ihre Träume wahr werden können – nicht nur im Eishockey.“ Bis hin zu einem ersten NHL-Spiel ist es noch ein weiter Weg. Den ersten Schritt hat Kirk aber getan – höchstwahrscheinlich, so hofft Kirk, kommt er in der nächsten Saison in der Canadian Hockey League zum Einsatz.

Österreicher hat es in diesem Jahr keiner auf die Liste potenzieller Draft-Kandidaten geschafft. In der vergangenen Saison hatte sich kein NHL-Club die Rechte am angemeldeten Oberösterreicher Lukas Haudum gesichert. Der 21-Jährige stürmt in der kommenden Saison weiterhin für IK Pantern in der zweiten schwedischen Liga.