Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft ist am Mittwoch zur Unternehmung Klassenerhalt bei der Eishockey-WM aufgebrochen.

Die ÖEHV-Auswahl will bei der A-WM ab Freitag in Dänemark erstmals seit 14 Jahren den Verbleib in der Eliteklasse schaffen. Michael Raffl, der einzige NHL-Legionär im Kader, wird in den ersten zwei Spielen am Samstag gegen die Schweiz und am Sonntag (jeweils 12.15 Uhr) gegen Russland noch fehlen. Seine erst vor zwei Monaten geborene Tochter hatte aufgrund eines Formalfehlers auf der Geburtsurkunde noch keinen Reisepass. Wenn die bürokratischen Hürden genommen sind, wird Raffl sein Team in Dänemark unterstützen.

Österreich schaffte zuletzt 2004 Klassenerhalt

Österreich hat zuletzt 2004 in Prag den Klassenerhalt geschafft, 2013 in Helsinki und 2015 in Prag reichten starke Leistungen und zwei Siege nicht. Nun soll diese Negativserie enden. „Natürlich muss das Ziel sein, den Klassenerhalt zu schaffen. Das wird schwierig“, sagte Verbandspräsident Gernot Mittendorfer und sah sich auf einer Linie mit seinem Teamchef. „Der Klassenerhalt ist ein hohes Ziel, aber wir können das schaffen“, gab sich Roger Bader vor dem Turnier optimistisch.

Das sind Österreichs Schlüsselspiele

Österreich spielt in der Gruppe A in Kopenhagen und hat mit Titelverteidiger Schweden und Olympiasieger Russland zwei Topfavoriten zum Gegner. Die im Kampf um den Klassenerhalt wohl entscheidenden Partien steigen am 11. und 12. Mai, ist sich Bader bewusst. „Allgemein nimmt man als Schlüsselspiele die gegen Mannschaften an, die nicht ständig im Viertelfinale sind. Sprich Frankreich, das kann man nicht von der Hand weisen, möglicherweise Weißrussland. Wir wissen, dass Spiel fünf und sechs Schlüsselspiele sind. Gegen die anderen Gegner schauen wir, dass wir einen Punkt oder einen Sieg stibitzen können“, sagte der Schweizer. Der Teamchef hofft, dass sich seine Mannschaft in der Vorbereitung auf die höhere Intensität einer A-WM eingestellt hat. Schneller handeln und ausführen, unter Zeit- und Raumdruck schneller reagieren sind die Herausforderungen für seine Spieler.

„Wir müssen schauen, dass wir die Kleinigkeiten richtig machen“, erklärte Torhüter Bernhard Starkbaum. „In der defensiven Zone wenig bis keine Fehler machen, weil das wird sofort ausgenutzt. Wir werden nicht allzu viele Chancen haben, die müssen wir nützen. Und wir hoffen, dass die Special Teams funktionieren“, meinte der Routinier, der aber auch die Vorzüge der rot-weiß-roten Auswahl hervorhebt. „Wir haben eine schnelle Mannschaft. Wir haben die Motivation, die Energie und die Kraft“, sagte der Schlussmann. „Wir werden hart kämpfen und hoffen, dass wir das Quäntchen Glück haben, dass wir bei den letzten Weltmeisterschaften nicht so hatten.“

Auch Dominique Heinrich hofft, dass sie diesmal belohnt werden. „Wir müssen unsere eisläuferische Stärke ausnützen, wir haben eine schnelle Mannschaft. Wir müssen Spiel so einfach wie möglich halten“, betonte der Verteidiger. Mit Teamkapitän Thomas Raffl, Rafael Rotter und Raphael Herburger haben einige Leistungsträger für die WM verletzungsbedingt passen müssen, die beiden NHL-Stürmer Thomas Vanek und Michael Grabner sagten aufgrund ihrer Vertragssituation ab. Dafür wird das ÖEHV-Team von vielen Fans unterstützt, 4.000 Karten wurden in Österreich abgesetzt.

(APA/RED)