Servus Hockey Night-Experte Philipp Lukas über die harte Vorbereitung auf eine Eishockey-Saison und was es heißt, erstmals wieder auf dem Eis zu stehen.

Text: DK

Philipp Lukas weiß, wie sich eine Vorbereitung  auf die neue Eishockey-Saison anfühlt. Wer 1019 Eishockey-Spiele absolviert hat, muss das wissen. Noch mehr: Er muss wissen, wie man es richtig anlegt. Nur so kann man ein Dauerbrenner wie Lukas werden. Der neue Servus Hockey Night-Experte erklärt, was für ihn in der Vorbereitung wichtig war, was er davon mitgenommen hab und was nicht in die Kategorie „Business as usual fällt.“

Lukas über die körperliche Komponente: „Es ist keine einfache Zeit“

„In den ersten zwei Wochen nach einem langen Sommer ohne Eis war es immer eine Schleiferei“, sagt Lukas. „Was man vom Eis weg über mehrere Monate trainiert hat, damit man so fit wie möglich zurückkommt, ist nicht sofort 1:1 auf die Eisfläche übertragbar – das dauert seine Zeit. Der Körper adaptiert sich nach und nach an die Bewegungen auf dem Eis.“ Eine Aussage, die auch ein Routine wie Andre Lakos mit anderen Worten unterschreibt: „Egal, wie viel du im Sommer trainierst – gehst du das erste Mal aufs Eis, ist es schei..“

Darum ist es so wichtig, seinen Körper auch selbst im Auge zu behalten. Lukas: „Jeder Spieler muss ein Stück weg sein eigener Herr sein. Ich war einer, der sich in der Vorbereitung extrem gepusht hat, weil ich mehr an den Prozess gedacht habe, als an das Resultat. Mir war klar, dass wir in der Vorbereitung nicht besonders gute Resultate erzielen werden, viel wichtiger war: Jetzt investieren, später Früchte ernten. Es ist keine einfache Zeit: Wenn man den ganzen Sommer trainiert und dann am Eis eine komplett andere Belastung hat. Das kann entmutigend sein, da muss man dran bleiben und die Routine finden.“

Lukas „Es geht nicht immer um den Athleten, sondern auch um den Menschen“

Die zweite Komponente einer Vorbereitung: Der zwischenmenschliche, soziale Part. „Es geht um ein Kennenlernen voneinander, nicht unbedingt immer als Athleten, sondern auch als Menschen, das passiert nicht von heute auf morgen. Daher sind die Trainingcamps, die über mehrere Wochen gehen, sehr sinnvoll. Die Spieler kommen im August zusammen und es geht wieder darum eine Einheit zu formen. Ob wir uns alle mögen oder nicht – wir sind alle aus demselben Grund hier: Wir wollen Erfolg haben.“

Dass über den Sommer hinweg einige Spieler gehen, gegangen werden und andere dazu kommen, gehört zum Profisein dazu, wie Lukas erklärt: „Die Saison ist vorbei, die einen kommen, die anderen gehen – das ist Business as usual“, wenngleich es nicht immer einfach ist: „Man bildet Freundschaften, die ein Leben lang halten werden. Da ist es nicht Alltag, wenn solche Spieler den Verein verlassen.“

Ob wir uns alle mögen oder nicht – wir sind alle aus demselben Grund hier: Wir wollen Erfolg haben.

Lukas weiß, wovon er spricht. Der 38-Jährige war bei den Black Wings Linz eines der wichtigsten Bindeglieder im Verein: „Es geht alles über Teamwork. Das hat mich als Profi-Sportler am meisten geprägt, das habe ich in meine Zeit nach dem Eishockey mitgenommen. Eine Saison ist gezeichnet von vielen Höhen und Tiefen, das kann im Minutentakt gehen. Es ist sehr komplex und je besser man sich in solchen Situationen kennt, desto besser kann auch damit umgehen. Ich hoffe, dass ich das weitergeben kann, wie viel mich der Sport hier gelehrt hat.“

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