Alex Rauchenwald (EC Red Bull Salzburg) spricht im Pre Season-Interview über Vorbereitung, Stärken und die Wut im Bauch.

Interview: Erich Hober

servushockeynight.com: Wie verlief für dich persönlich die bisherige Saisonvorbereitung?

Alex Rauchenwald: Der Sommer war sehr kurz. Wir haben bis zum 20. Mai bei der Weltmeisterschaft gespielt, danach hatten wir drei Wochen frei und sind dann wieder ins Sommertraining gestartet. Bisher hatten wir sechs, sieben Wochen Sommertraining. Das Eistraining hat wieder begonnen. Es war von Beginn an sehr intensiv und umfangreich. Mit dem Krafttraining dazu ist es derzeit sehr hart, aber es gehört dazu, damit wir im März und April noch die Luft haben.

Es gibt Dinge, die gefallen einem in der Vorbereitung und Dinge, auf die man ruhig jedes Jahr verzichten könnte. Wie sieht es damit bei dir aus?

Mir taugt auf jeden Fall, dass sich nach dem Sommer alle Spieler wieder in der Kabine treffen und man sich kennenlernt. Abseits vom Eis hat man an freien Tagen immer Spaß. Es gibt verschiedene Events wie Teambuilding oder ein Golf-Event. Das ist ein Riesenspaß. Das gehört einfach dazu, um sich kennenzulernen. Was mich bisher am meisten gestört hat, war, wenn wir zwei Mal am Tag trainiert haben und man dann nicht wirklich was vom Tag hatte. Ich habe es lieber, wenn wir uns um acht Uhr treffen, bis zwölf Uhr Vollgas geben und dann der restliche Tag frei ist, als dass wir von neun bis elf und dann von 15 bis 17 Uhr nochmal trainieren. Wenn alles am Vormittag stattfindet, ist es natürlich angenehmer. 

Hat dich in der Vorbereitung ein Teamkollege bisher positiv überrascht?

Wir sind im Kollektiv alle sehr gut. Ich will jetzt gar nicht sagen, dass jemand so herausragend heraussticht. Wir sind alle auf einem relativ guten Niveau und eine sehr kompakte Mannschaft. Es ist auch gut so, dass nicht ein Spieler unglaublich und der Rest eher so „naja“ ist.

Was dürfen die Gegner heuer vom EC Red Bull Salzburg erwarten?

Sie können erwarten, dass sie sehr hohen Druck verspüren und sehr wenig Zeit mit der Scheibe haben werden. Wir gehen aggressiv drauf und stehen hinten extrem kompakt. Wir haben mit Matt McIlvane einen super Trainer, der zuvor in München an einem Erfolgsrezept getüftelt hat. Dieses bringt er nun in Salzburg ein. Er hat uns versichert, dass wir seine Art des Spiels perfektionieren werden. Im Training hat das schon sehr gut ausgesehen. Ich gehe davon aus, dass viele Teams heuer mit uns Probleme haben werden.

Salzburg war in der Vergangenheit jene Mannschaft, die gefühlt immer in der Schlussphase ein Spiel drehen konnte. Auffallend öfter, als die Konkurrenz. Warum?

Wir arbeiten während der Saison immer an uns. Wir haben Off-Ice Trainer, die uns entsprechende Programme erstellen und wir diese zusätzlich zum Eistraining abarbeiten. Dazu kommt unser starkes Kollektiv von der ersten bis zur vierten Linie. Auch wenn man einer ausfallen sollte, haben wir 15 bis 16 Stürmer, die die Plätze füllen können. Jeder hat sehr viel Speed. Wir können den Speed über drei Drittel konstant halten. Bei manchen Teams, die vielleicht nicht jenes Kollektiv haben wie wir, kann es daher im letzten Abschnitt schwierig werden, mitzuhalten.

Warum wird der EC Red Bull Salzburg am Ende der Saison ganz oben stehen?

Weil wir täglich an uns arbeiten werden und weil wir, wie erwähnt, eine super Mannschaft, einen super Trainerstab haben. Und weil jeder Einzelne von uns nach den Misserfolgen der letzten drei Jahren ein bisschen eine Wut im Bauch hat. Wir haben wieder Blut geleckt. Nichtsdestotrotz müssen wir uns auf die Vorbereitung und die ersten Spiele konzentrieren.

An welche Person denkst du, wenn du das Wort „Erfolg“ hörst?

Matthias Trattnig.

Gibt es etwas in deinem Umfeld oder deinem Tun, das du in der kommenden Saison nicht mehr machen bzw. verändern willst?

Ich habe heuer härter als in den Jahren zuvor an mir gearbeitet . In der Spielvorbereitung ist alles immer gleich. Das geben die Trainer und Off Ice-Trainer vor. Es gibt aber natürlich noch immer Dinge, die ein Spieler selbst einbringen kann.

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