Der NHL-Goalie erlebte Tiefen. Mit seiner Offenheit kämpfte er sich zurück ins Leben.

Es ist der 29. März 2018. Die Buffalo Sabres spielen gegen die Detroit Red Wings. Im Tor von Buffalo steht Robin Lehner. In diesem Spiel erleidet der Schwede eine Panikattacke.

„Als die Sirene ertönte, fuhr ich zurück in die Kabine und wollte mich ausziehen. Aber ich konnte es nicht“, sagte Lehner damals und: „Plötzlich hatte ich eine schwere Panikattacke. Ich wusste, jetzt kann ich nicht mehr zurück aufs Eis gehen.“

Drogen- und Alkoholproblem

Lehner wird nach Hause geschickt. Auf dem Heimweg bleibt er an einer Tankstelle stehen und kauft Alkohol. Am nächsten Tag bittet er seine Frau, ihn in eine Klinik zu bringen.

Die Ärzte stellen ein Drogen- und Alkoholproblem sowie eine bipolare Störung fest. Er selbst verriet in einem Interview, dass er öfter mit Selbstmord-Gedanken spielte. „Wenn du Bier, Pillen und dazu noch eine Waffe zu Hause hättest, wäre das für mich eine ganz blöde Kombination gewesen“, sagte Lehner nach dem Entzug.

Lehners Offenheit und Aufstieg

Die Folge seiner Probleme war, dass Buffalo seinen Vertrag nicht verlängerte. Als Free Agent landete Lehner bei den New York Islanders. In 46 Spielen des Grunddurchgangs kam er auf eine Fangquote von 93 Prozent.

Es war die beste Quote in seiner bisherigen Karriere (Anm.: Abgesehen von 93% in zwölf Spielen bei Ottawa). Dazu kamen noch sechs Shutouts.

„Dass ich mich an die Öffentlichkeit gewandt habe, hat mir schon sehr geholfen“, spricht er seinen Brief, der in „The Athletic“ veröffentlicht wurde, an. Denn: „Im Profisport darfst zu keine Schwächen zeigen. Wer hätte mir also helfen sollen?“

Als Draufgabe zu seinem Comeback gewann er die Bill Masterton Trophy – neun Monate nach seinem „Zusammenbruch“. Diese wird jenen Spielern, mit Ausdauer, Hingabe und Fairness verliehen.

Lehner seit zwei Jahren sauber

Die nun unterbrochene Saison begann er bei den Chicago Blackhawks. Zuletzt, vor der Corona-bedingten Unterbrechung, machte er drei Spiele für die Vegas Golden Knights.

Vor wenigen Stunden gab er auf Twitter ein Statement ab, wonach er seit zwei Jahren clean sei und dafür seiner Familie und Freunden für den Support dankte. „Es waren die besten zwei Jahre meines Lebens“, schrieb Lehner.

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