Teamchef Roger Bader über den Sieg beim Österreich Cup, Spielerabsagen und Kaderbildung für die WM.

Mit erfrischendem, kampfbetonten Eishockey gelang Team Austria gegen A-Nationen der Sieg beim Österreich Cup. Trotz einiger Absagen im Vorfeld – wieder einmal…

Interview: Erich Hober-Lipouschek

servushockeynight.com: Sie haben mit der Nationalmannschaft den Österreich Cup gewonnen. Ihre Bilanz?

Wir hatten eine gute Camp-Woche, haben sehr gut trainiert. Vom ersten Tag an habe ich einen guten Teamspirit gespürt und einen hervorragenden Einsatz erlebt. Obwohl intensiv trainiert wurde, hatten wir eine gute Stimmung. Bei den Spielen hat man gespürt, dass eine richtig heiße Mannschaft am Werk ist und die Erfolg haben möchte. Wären wir das nicht gewesen wären, hätten wir das Spiel gegen die Dänen nicht mehr gedreht. Weil die Dänen waren richtig stark. Wir haben mit Norwegen und Dänemark zwei richtig gute Gegner geschlagen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, vor allem wenn man sieht, dass wir in Summe sehr viele junge Spieler im Kader hatten. Sie haben viel Eiszeit bekommen.

Im Vorfeld des Österreich Cups gab es wieder einige Absagen. Für den Trainer der österreichischen Nationalmannschaft wohl das Schlimmste, was ihm passieren kann…

Erstens einmal: Absagen haben alle Nationalcoaches. Da bin ich nicht der einzige. Da muss man immer unterscheiden. Es gibt immer unterschiedliche Situationen. Es gibt Spieler, die wirklich verletzt sind und das weiß man. Thomas Raffl zum Beispiel. Der wäre sehr gerne hier gewesen. Das weiß ich. Er war verletzt. Er hat nicht abgesagt. Er stand schlichtweg nicht zur Verfügung.

Aber nicht alle Spieler, die abgesagt haben, sind oder waren verletzt…

Ja, dann gibt es die eine oder andere Absage, wo man dann ein bisschen die Nase rümpft. Ohne jetzt näher darauf einzugehen. Fakt ist einfach, dass immer die Spieler, die hier sind, über die möchte ich auch reden. Die konnten ihre Visitenkarte hinlegen. Die, die nicht hier waren, konnten das nicht.

Wäre es eventuell angebracht, eine Regelung wie in der NHL einzuführen. Stichwort: NHL All-Star Weekend. Wer nominiert ist und nicht teilnimmt, wird im Ligenbetrieb für ein Spiel gesperrt. Wäre das für Sie vorstellbar?

Zum einen kann man sich sowas überlegen, auf der anderen Seite soll man ja stolz sein, zum Team kommen zu dürfen. Es sollte kein Zwang sein. Ich möchte auch keine Spieler haben, die ich irgendwie auf irgendeine Art forcieren muss, dass sie kommen. Ich möchte Spieler haben, die gerne kommen, die Freude haben, die Leidenschaft mitbringen. Bei jedem, der in Klagenfurt dabei war, war das definitiv der Fall.

Das hat man in den beiden Spielen gesehen. Es war erfrischend zu sehen, wie die Nationalmannschaft aufgetreten ist. Körperbetont und mit starkem Zug nach vorne…

Das war der Stil, den wir umsetzen wollten. Eine schnelle Spielweise, weil ich glaube, dass wir eine schnelle Mannschaft haben. Ich habe bei der Einberufung darauf geschaut, dass ich eisläuferisch starke Spieler dabei habe und ich glaube auch, dass Österreicher generell Kämpfer sind. Diese zwei Aspekte möchte ich in unsere Spielweise einbringen – Schnelligkeit und Kampfgeist.

Im zweiten Spiel, als es um den Cup-Gewinn ging, stand Ihre Mannschaft in den letzten zehn Minuten ziemlich unter Druck. War das ein Kräfteverschleiß, oder doch der Unterschied, den eine A-Nation wie Dänemark auszeichnet?

Es war ein Abnützungskampf zwischen beiden Mannschaften. Dafür waren wir in der Overtime besser. Jeder hatte seine Momente. Man muss schon wissen, auf der anderen Seite stehen da schon sehr gute Spieler, die natürlich Qualität haben. Viele von ihnen spielen auch in Top-Ligen in Europa. Deswegen war es gegen Dänemark auch schwierig. Aber das ist das, was wir wollen. Wir wollen gegen gute Gegner spielen. Das macht uns besser. Wir müssen den Schritt schneller gehen. Wenn man diesen macht, weil man gefordert wird, macht man Fortschritte.

Welche Spieler, die in Klagenfurt im Einsatz waren, haben sich bereits für die Weltmeisterschaft in Slowenien empfohlen?

Also gesetzt ist nie ein Spieler. Ich werde auch nicht über Medien irgendwelche Plätze verteilen. Die Spieler, die hier in Klagenfurt waren, haben ein starkes Ausrufezeichen setzen können und das behält man im Kopf, wenn man die nächsten Entscheidungen treffen muss.

Die Anfänge der Servus Hockey Night