Marco Rossi geht in seine zweite Saison in Übersee. Das österreichische Talent sitzt im Zug in Richtung NHL-Draft. Wie er es heuer anlegt und was wichtig wird.

Michael Grabner und Andreas Nödl waren 2006 die bisher letzten österreichischen Eishockeyspieler, die beim jährlichen Draft von einem Club der NHL gewählt worden sind. Nächsten Juni in Montreal soll es wieder so weit sein. Marco Rossi gilt als Kandidat für die erste Runde, wenn sich die 31 NHL-Clubs die Rechte an den Talenten sichern.

Rossi: „Habe mein Spiel sehr verbessert“

Der Center startet am Freitag, drei Tage vor seinem 18. Geburtstag, in seine zweite Saison für die Ottawa 67ers in der kanadischen Juniorenliga und hat in seinem Rookie-Jahr die hohen Erwartungen mehr als erfüllt. Trotz einer siebenwöchigen Verletzungspause war er mit 29 Toren und 36 Assists in 53 Spielen zweitbester Neuling in der Ontario Hockey League (OHL). „Ich habe mir gar nichts vorgenommen, wollte lernen und bin sehr zufrieden“, resümierte Rossi im Gespräch mit der APA sein erstes Jahr in Kanada.

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Der Vorarlberger war schon in frühen Jahren von seinem Vater Michael, einst selbst Spieler, in die Schweiz chauffiert worden, um von der ausgezeichnete Eishockey-Ausbildung im Nachbarland zu profitieren. Im Sommer 2018 ging es nach Ottawa, wo er schnell in den Notizblöcken der Scouts landete. „Es wird extrem schnelles Eishockey gespielt mit schnellem Umschalten“, beschreibt Rossi den Stil in der OHL, der ihm sehr entgegenkommt. „Ich habe immer schon gute und schnelle Entscheidungen getroffen, daher ist es genau das Richtige. Ich habe mein Spiel sehr verbessert, vor allem in den Zweikämpfen und beim Umschalten.“

Nun gilt es, im wichtigen Draft-Jahr die Entwicklung fortzusetzen. Dafür hat er sich über den Sommer in Camps in Ottawa, Miami und beim Erste Bank Eishockey Liga-Club in Dornbirn vorbereitet. „Ich habe sehr auf Speed Wert gelegt. Ich fühle mich jetzt extrem wohl, bin sehr schnell“, erklärte Rossi.

Rossi schaut nicht auf die Draft-Liste

Für den Draft wird er von einigen Experten derzeit um Rang 15 geführt. Zuviel will er sich damit aber nicht beschäftigen. „Daran denke ich nicht richtig, sondern nur, dass ich immer besser werde. Dann werden wir sehen, wo ich lande. Wenn ich immer auf die Liste schaue, dann mache ich mir unnötigen Druck, daher vermeide ich es“, sagte Rossi.

Auf ihn wartet nun mehr Verantwortung, nach dem OHL-Finaleinzug möchte er die 67ers einen Schritt weiter führen. „Der Club hat das gleiche Ziel wie letztes Jahr, dass wir die OHL gewinnen“, weiß der Teenager, der Pawel Dazjuk als sein Vorbild nennt. Der Russe hat in 14 NHL-Saisonen zweimal den Stanley Cup und dreimal die Selke Trophy für den besten Defensiv-Stürmer gewonnen. „Er war ein Allrounder. Ich habe immer geschaut, wie er defensiv gespielt und auf dem ganzen Eis dominant ist. Ich wollte immer genauso sein, daher habe ich auch immer das Defensivspiel sehr ernst genommen“, erzählte Rossi.

Der Vorarlberger ist nicht der einzige Österreicher in der kanadischen Juniorenliga CHL, die sich aus den drei eigenständigen Ligen OHL, WHL (Western Hockey League) und QMJHL (Quebec Major Junior Hockey League) zusammensetzt. Verteidiger David Maier, der im Frühjahr im Nationalteam debütiert hat, geht in sein zweites Jahr, wechselte aber von North Bay Battalion zu den Peterborough Petes (OHL). Ihr Debüt geben zwei Talente Jahrgang 2001 aus dem KAC-Nachwuchs. Verteidiger Thimo Nickl und Stürmer Fabian Hochegger haben sich den Drummondville Voltigeurs (QMJHL) angeschlossen, die damit die beiden möglichen Legionärsplätze mit Österreichern besetzt haben. (APA)

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