Marco Rossi steht im Rampenlicht. Als junger Spieler muss er viel aushalten. Und vor allem mitmachen.

Der junge Vorarlberger wird heuer gedraftet. Das ist kein Geheimnis. Im aktuellen NHL Draft Ranking ist er an fünfter Stelle gelistet.

servushockeynight.com sprach mit dem Star der Ottawa 67s.

Erich Hober-Lipouschek: Zu Weihnachten warst du kurz zu Hause bei deiner Familie in Vorarlberg. Gut, mal wieder in der Heimat gewesen zu sein?
Rossi: Ja, das hat mir sehr gut getan.

Du bist mitten in der zweiten Saison in Kanada. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass es dir gut geht. Wie ist dein persönlicher Eindruck?
Im ersten Jahr hier in Kanada habe ich nicht so richtig gewusst, was alles passiert und wie alles funktioniert. Aber das erste Jahr bzw. die erste Saison hat mir sehr geholfen. Schon vor der Saison wusste ich, was auf mich zukommt. Ich kenne nun die Gegebenheiten.

Was hat sich für dich im Vergleich zur ersten Saison in Ottawa verändert?
Ich bin sicher viel stärker und schneller geworden. Ich glaube auch, dass ich im Spiel cleverer geworden bin.

Anders als in Österreich wird in Kanada Juniorhockey mit weit größerem Interesse verfolgt. Aufgrund deiner Leistungen stehst du im Mittelpunkt.
ja, definitiv. Selbst wir Juniorenspieler sind hier schon sehr populär. Die Kanadier interessieren sich für Eishockey. Man wird überall erkannt.

Ihr werdet in den Juniorenligen bereits auf die möglichen Strapazen in der NHL vorbereitet. Stichwort: Lange Reisen.
In der Schweiz waren Fahrten um die fünf Stunden üblich. Hier in Kanada kann es schon mal 13 Stunden dauern. Ich verbringe diese Zeit meist mit schlafen oder höre Musik.

Apropos erkennen. Die Scouts verfolgen deine Spiele, deine Entwicklung. Du weißt, dass du in den Draft Listen weit vorne angeführt wirst. Erzeugt das zusätzlichen Druck?
Druck habe ich nie. Wenn ich denke, dass ich eventuell schlecht spielen könnte, spiele ich auch schlecht. Ich mache mir keine Gedanken. Ich gehe aufs Eis und spiele.

Die NHL Scouts werden dich seit Wochen belagern. Wie gehst du damit um?
Bei jedem Spiel sind unzählige NHL Scouts. Nach einem Spiel habe ich immer ein Interview. Das kann oft mal eine Stunde dauern. Jedes NHL Team entsendet Scouts. Von allen wird man befragt. Mittlerweile habe ich fast alle durch.

Es soll auch zu sehr – sagen wir mal – kuriosen Fragen kommen…
Das stimmt. Man wird so ziemlich alles gefragt. Sie wollen sehen, wie man reagiert, welche Persönlichkeit ein Spieler hat.

Was war die aus deiner Sicht kurioseste Frage, die dir gestellt wurde?
Ob ich meine Mutter schlagen würde, um zu gewinnen?

Zeigt man dem Scout den Vogel oder wie reagiert man darauf? Was war deine Antwort?
Für mich war eines klar: Ich würde lieber verlieren, als meine Mutter zu schlagen. Da gibt es wirklich keine Diskussion.

In Kürze steht das Top Prospects Game, sozusagen das Spiel der Spiele der Draft-Prospects, statt. Wann hast du von deiner Teilnahme gehört und wie gehts dir mit der Nominierung?
Ich habe knapp eine Woche vor Weihnachten auf Twitter davon gelesen. Wenn du siehst, wer in der Vergangenheit daran teilgenommen und mitgespielt hat, ist es für mich eine große Ehre.

Das Top Prospects Game findet am 16. Jänner 2020 in Hamilton/Ontario statt. Neben Marco Rossi wird auch Thimo Nickl an diesem prestigeträchtigen Spiel teilnehmen.

Auch der ehemalige KAC-Nachwuchsspieler zeigt sich ob der Nominierung für das Top Prospects Game begeistert: „Diese Einladung ist unglaublich für mich. Ich habe es nicht erwartet und deswegen war ich sehr überrascht und unglaublich stolz. Ich glaube, ich bin dem Ziel ein wenig näher gekommen. Aber die Saison ist noch lang und ich habe noch nichts erreicht.“

VSV: Martin Ulmer im Portrait