Die Sensation ist perfekt: Kanada scheitert bei der Eishockey-WM 2018 an der Schweiz.

Schweden und die Schweiz bestreiten wie im Jahr 2013 das Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft, Kanada und die USA matchen sich um Bronze. Die Schweizer bezwangen im Halbfinale am Samstagabend in Kopenhagen den großen Favoriten Kanada mit 3:2 (1:0,1:1,1:1). Sven Andrighetto, im ersten Gruppenspiel noch durch ein böses Foul an Österreichs Steve Strong aufgefallen, beschäftigte sich nach dem Spiel schon mit dem Finalgegner. „Wir sind noch nicht fertig. Wir haben in der Gruppenphase gesehen, dass wir auch Schweden Schwierigkeiten bereiten können, wenn wir unser Spiel spielen“, sagte der  Flügel. Die Partie der Österreich-Gruppe A hatte Schweden am 13. Mai mit 5:3 gewonnen. „Nun ist alles offen. Wir haben mit Schweden noch eine Rechnung offen“, meinte Nino Niederreiter von Minnesota Wild.

Die Schweizer fanden besser in die Partie und gingen auch verdient in Führung. Eine hervorragende Defensive, in der sich vor allem Goalie Leonardo Genoni mehrfach auszeichnete. Bei Kanada blieb Jungstar Connor McDavid diesmal blass. So schaffte die Mannschaft von Chefcoach Patrick Fischer tatsächlich die Sensation. 2013 hatte sich Schweden im Finale gegen die Schweiz in Stockholm mit 5:1 durchgesetzt. Am Sonntag (20.15 Uhr) bekommen die Schweizer die Chance zur Revanche.

Überragender Goalie Genoni

Tristan Scherwey (19.) brachte die Schweiz in der Royal Arena kurz vor der ersten Pause mit einem punktgenauen Schuss ins lange Eck in Front. Fast auf idente Weise kam Kanada im Mittelabschnitt durch Bo Horvat (28.) zum Ausgleich. In Überzahl legte dann aber wieder die Schweiz vor. Nach Vorlage von Kevin Fiala stand Gregory Hoffmann, ein Teamkollege von ÖEHV-Verteidiger Stefan Ulmer beim HC Lugano, einschussbereit vor dem Tor.

Die Kanadier setzten den Außenseiter anschließend heftig unter Druck, spielten sich zahlreiche Chancen heraus – doch Genoni hielt im Schweizer Kasten ausgezeichnet. Eine Strafe gegen Ryan Nugent-Hopkins verschaffte der Schweiz dann im Schlussabschnitt ein weiteres Powerplay, diesmal traf Gaetan Haas (45.) vom SC Bern. Erst im Finish mussten die Schweizer erstmals in Unterzahl verteidigen, das gelang bravourös. In der 58. Minute bezwang Colton Parayko Genoni mit einem Distanzhammer, die Schweiz rettete den Vorsprung aber in den folgenden knapp zwei Minuten über die Zeit.

Video: Tore, Checks und Emotionen: Der große Saisonrückblick 17/18

(APA)