Pre Season-Interviewserie: Oliver Setzinger (Moser Medical Graz99ers) über Sommertraining, den neun Grazer Torhüter und die Eishalle von Fehervar.

Interview: Erich Hober

servushockeynight.com: Wie war die Vorbereitung?

Die ersten Eistrainings waren ziemlich intensiv. Auch das Off Ice-Training war ziemlich anstrengend. Mit dem neuen Equipment war alles bisserl schwieriger.

Ist es leichter in die Vorbereitung zu starten, wenn man weiß, dass die abgelaufene Saison die erfolgreichste der 99ers bisher war?

Es hat einen ganz anderen Anreiz, wenn man weiß dass bis zu 95 Prozent der Mannschaft gehalten werden konnte. Das ist sehr positiv für uns und zeigt auch, dass von Vereinsseite her ein Riesenschritt gemacht wurde und sie nicht jedes Jahr 15 neue Spieler holen.

Auf was möchtest du in der Vorbereitung verzichten?

Wenn die Vorbereitung los geht, dann ist der spaßige Teil – nun gut. Mit dem Trainieren alles gut und schön, dass irgendwo was zwickt oder was weh tut. Das ist die eine Sache. Aber wenigstens bist am Eis. Die Sommertrainiererei ist das, was mich mehr stört. Weil wir eigentlich keine Chance haben, aufs Eis zu gehen. Die Sommer sind schon sehr monoton. Nur Trockengeschichten machen, ist eigentlich das, was sehr mühsam ist.

Wer hat dich in der Mannschaft positiv überrascht?

Ich muss ganz ehrlich sagen, der Tormann (Anm.: Cristopher Nihlstorp). Der schaut brutal stark aus. Abgesehen davon, dass der ewig groß und Rechtsfänger auch noch ist, was auch selten ist, bewegt er sich brutal. Von dem bin ich positiv überrascht und von den schwedischen Stürmern habe ich mir erwartet, dass sie so sind wie sie sind. Wenn man Schweden holt, die auf einem gewissen Level gespielt haben, weiß man, was sie können. Aber vom Tormann, muss ich ganz ehrlich sagen, der gefällt mir am meisten.

Auf was müssen sich die Gegner heuer einstellen?

Ich sag mal so: So viel Unterschied, wie wir letztes Jahr gespielt haben, wird’s nicht geben. Es wird definitiv wieder schnell gespielt und hart insofern, als dass sehr viel Druck ausgeübt wird. Aber im Endeffekt das, was wir letzte Saison auch gespielt haben, hoffentlich. Nur etwas verschärfter.

Was braucht es, damit Graz am Ende der Saison ganz oben steht?

Wenn alle Elemente an einem Strang ziehen, wir wenig Verletzte haben, dann sehe ich uns schon wieder sehr weit oben.

An wen oder was denkst du beim Wort „Erfolg“?

Ich verbinde Erfolg mit keiner Person. Ich nehme es eigentlich her vom Sport, von unserem Sport. Für mich ist Erfolg logischerweise nicht nur ein einzelner Spieler, sondern die ganzen Elemente, die zusammenspielen müssen. Es kann ja sein, dass jeder auf seinem Zenit spielt, alles rennt super und dann hast drei Verletzte und du kannst zusammenpacken. Für mich ist Erfolg, dass alles zusammenspielt. Da soll Glück dabei sein, da soll Arbeit dabei sein, da soll Verletzungsglück dabei sein. Es sind verschiedene Sachen, die da eine Rolle spielen.

Du kennst alle Hallen in der EBEL. Wo spielst du am liebsten und gibt es eine Halle, wo du gar nicht hinfahren willst?

Ich tu‘ mir überall gleich leicht. Am meisten freue ich mich logischerweise auf daheim. Das ist klar. In Graz spielen. Am wenigsten freue ich mich auf Fehervar.

Warum Feharvar?

Die Halle ist alt, grauslich, schlechtes Eis, viel zu kalt. Außerdem riecht es dort immer nach dem selben Essen. Es ist einfach ungut.

Willst du in der kommenden Saison an deiner Spielvorbereitung irgendetwas ändern? Wo willst du dich noch verbessern?

Man kann sich immer verbessern. Falls du irgendwelche Macken meinst, ich wüsste jetzt keine auf Anhieb. Vielleicht sagt mir mal irgendwer was? Dann können wir schauen, ob’s stimmt.

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