Im Schatten von Marco Rossi ist Thimo Nickl eine weitere heiße Aktie auf einen Platz in der NHL.

Der Vorarlberger Stürmer Marco Rossi gilt für den kommenden NHL-Draft als heißer Kandidat für die Top Ten. Im kanadischen Junioren-Eishockey hat sich aber auch ein zweiter Österreicher in die Notizblocks der Scouts gespielt.

Thimo Nickl hat eine starke Premierensaison für die Drummondville Voltigeurs hinter sich und könnte als zweiter heimischer Verteidiger nach Andre Lakos 1999 gedraftet werden.

Nickl kommt aus dem KAC-Nachwuchs, hat im vergangenen Sommer den Sprung nach Kanada gewagt und in Drummondville, einer 70.000-Einwohner-Stadt zwischen Montreal und Quebec, überzeugt.

Nickl: Drittbester Rookie

In 58 Spielen für die „Partisanen“, die auch seinen KAC-Teamkollegen Fabian Hochegger verpflichtet haben, verbuchte er 39 Scorerpunkte (10 Tore, 29 Assists) und war in der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) damit drittbester Rookie unter den Verteidigern.

Im unverbindlichen finalen Ranking des Central Scouting Service, das diese Woche erstellt wird, könnte er in der Kategorie „Feldspieler Nordamerika“ um Platz 50 gereiht sein.

Wann und wie der Draft, bei dem sich die 31 NHL-Clubs die Rechte an 217 Talenten sichern, abgehalten wird, ist wegen der Corona-Pandemie offen.

„Es ist Vorfreude, auch ein wenig Nervosität“, sagt Nickl, wenn er an den Draft denkt. „Was passieren wird, kann ich jetzt nicht mehr beeinflussen“, meinte der 18-Jährige. Sein Lieblingsclub seit der Jugend sind die Chicago Blackhawks.

Erster österreichischer Defender nach Pöck

„Das wäre ein Traum, aber egal, Hauptsache NHL“, erklärte der Kärntner. Bisher hat erst ein österreichischer Verteidiger in der stärksten Liga der Welt gespielt: Thomas Pöck hat 122 Spiele für die New York Rangers und die New York Islanders absolviert.

Der Weg für Nickl ist noch weit, der starke Einstand in Kanada lässt aber hoffen. „Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich auf das kleinere Eis, das Tempo und das Körperspiel einzustellen. Aber die erste Saison war sehr positiv. Ich habe nicht gedacht, dass es so gut läuft“, erklärte der 1,89 m große Verteidiger, der vor allem eisläuferisch und im Antritt noch am meisten Verbesserungspotenzial sieht.

Er ist mittlerweile einer von fünf österreichischen Talenten, die in einer der drei großen kanadischen Juniorenligen spielen und in einer WhatsApp-Gruppe ihre Erfahrungen teilen.

Rossi und David Maier machten im Sommer 2018 den Anfang und ließen auch bei Nickl den Wunsch reifen. Der ehemalige Nationalteamverteidiger Peter Kasper, einst sein Nachwuchstrainer und nun sein Manager, ebnete ihm schließlich den Weg.

Der österreichischen Eishockey-Szene war Nickl vor eineinhalb Jahren bekannt geworden, als ihn Teamchef Roger Bader im Oktober 2018 in den ÖEHV-Teamkader berief.

Der damals 16-Jährige musste aber wegen einer Verletzung absagen, nun könnte im August in der Olympia-Qualifikation das Debüt folgen.

Es wäre das zweite Highlight des Jahres, das dritte steht zu Jahresende an. Nickl hat mit dem U20-Nationalteam den Aufstieg in die A-WM geschafft, die im kommenden Dezember und Jänner in Kanada (Edmonton und Red Deer) stattfindet. „Das ist ein Event, von dem jeder junge Spieler träumt. Ich habe das in Kanada schon miterlebt, da ist jeder verrückt danach.“ (APA/Red)