Phil Pritchard reist mit dem Stanley Cup um die ganze Welt. Was das heißt und was der „Keeper of the Cup“ tatsächlich macht, lest ihr hier. 

Phil Pritchard hat einen Titel, der aus Herr der Ringe stammen könnte. Pritchard ist in der Eishockey-Welt als „Keeper of the Cup“ bekannt. Was er macht? Er ist jener Mann, der im Hintergrund steht, wenn Alex Ovechkin kopfüber aus dem Stanley Cup trinkt, egal auf welchem Kontinent, egal in welchem Land.

Ist das Finale entschieden, hat der siegreiche NHL-Klub 100 Tage Zeit, um mit dem Cup zu feiern. Seit 1995 erzählt dafür jeder Spieler seinen Tag mit dem Stanley Cup. Dabei ist ein „Keeper of the Cup“ immer dabei. Insgesamt gibt es fünf von ihnen, die Reisetätigkeit für diesen Job beläuft sich also auf über 100 Tage im Jahr.

Just hanging out in the bean filed with the #StanleyCup with Mike Booi and his daughter. @NHL @HockeyHallFame @Capitals pic.twitter.com/mOxwZ0487b

— Philip Pritchard (@keeperofthecup) 28. Juli 2018

Stanley Cup: Von der Taufe bis zum Begräbnis

Pritchard und seine Kollegen arbeiten für die Hall of Fame. Dort wurde auch die Idee geboren, den Cup auf seinen Reisen zu begleiten. Mittlerweile macht Pritchard den Job schon 30 Jahre. Der Cup wird dabei jeden Tag gereinigt, egal was zuvor – oder danach – damit passiert. „Im östlichen Kanada legen sie dir nach dem Fischen Hummer rein, in Finnland gehen sie damit in die Sauna. In Russland befüllen sie ihn mit Wodka. In der Slowakei wurde daraus Suppe gegessen, die nur Mama so zubereiten kann“, sagt Pritchard einst gegenüber USA Today. Der Cup war zudem schon auf Begräbnissen. 2011 wurden die Kinder von Dennis Seidenberg damit getauft. Nichts ist unmöglich.

Departing Malmo enroute to Gavle. Saying goodbye to @andreburakovsky and here we come @Djorre00 & @backstrom19 #StanleyCup @NHL @Capitals @HockeyHallFame pic.twitter.com/oMxYniELRk

— Philip Pritchard (@keeperofthecup) 10. August 2018

Mit dem deutschen Goalie Philipp Grubauer, bislang bei den Washington Capitals beschäftigt, reiste der Cup und somit auch Pritchard nach Rosenheim und machte Bekanntschaft mit den heimischen Kühen. Übrigens: Man reist mit Linienflügen und ja, bei der Ankunft ist der Stanley Cup bei „Übergepäck“ abzuholen. Ob er dabei schon mal verloren ging? Natürlich, wie Millionen andere Gepäckstücke verschwand auch der Stanley Cup, tauchte aber später wieder auf. Was jenen Mann, der den Cup jeden Tag reinigt daran am meisten fasziniert? „Auf dem Stanley Cup steht nirgendwo Stanley Cup drauf“.

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