Villach soll zweite Eisfläche und Bundesleistungszentrum für Dameneishockey bekommen.

Seit Jahren wird in Villach über eine zweite und dringend notwendige Eisfläche diskutiert. Oftmalig wurden dazu bereits Pressekonferenzen abgehalten. Passiert ist nichts.

Heute gaben Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber bekannt, dass in Kürze (KW 3) der Finanzierungsbeschluss zur Mitfinanzierung der zweiten Eishalle in Villach fallen wird. Das Land Kärnten beteiligt sich mit 8,1 Millionen Euro an dem 23,5 Millionen Euro teuren Projekt.

Die Stadt Villach bringt zehn Millionen Euro ein. „Wichtig dabei ist auch, dass auch eine Bundesfinanzierung möglich ist – durch den Beschluss des ÖEHV, dass Villach das Bundesleistungszentrum für Frauen bekommt. Diese Verhandlungen laufen nebenbei noch. Wir sind guter Dinge, dass es auch hier eine Mitfinanzierung geben wird“, sagt Villachs Bürgermeister Günther Albel. Den Rest, also rund fünf Millionen Euro, soll somit der Bund beisteuern.

„Wir betrachten das Projekt von zwei Seiten. Die erste Seite, ist jene des Nachwuchs, der neue und zusätzliche Eiszeiten braucht. Ich bin der Meinung, dass ein Spieler praktisch jeden Tag im Winter am Eis sein sollte, damit, dieser eine entsprechende Entwicklung erlebt.“, sagt VSV-Vorstand Gerald Rauchenwald und führt weiter aus: „Das zweite ist, ich weiß seit einem Jahr, wie schwierig es ist, Sponsoren zu finden und da ist es besonders wichtig, dass wir eine entsprechende Infrastruktur haben – insbesondere einen entsprechenden VIP-Raum. Nur so kann man mehr und größere Firmen gewinnen.“

Zwei Bauphasen geplant

In Phase eins wird der Gastronomie- und Hospitality-Bereich neu errichtet. In der zweiten Bauphase folgt der Hallenum- und Neubau.

Die bestehende Stadthalle erhält eine dem internationalen Standard entsprechende, belastungsreduzierende Bande. Durch die zusätzliche Trainings-Eishalle verbessert sich insbesondere die Einteilung der Trainingszeiten und Eisstunden massiv, worüber sich vor allem die Nachwuchsmannschaften schon jetzt freuen.

Ein zeitgemäßer Athletik- (Kraftkammer) und Skillsbereich (Kunststoff-Eisfläche und vieles mehr) ist heutzutage in einer modernen Halle nicht mehr wegzudenken und wird auch in Villach errichtet. Umgebaut und saniert werden zudem die Kabinen im Keller. Dort befinden sich derzeit neben mehreren Nachwuchskabinen auch die Kabine der Profis. Die Profikabine wandert ins Erdgeschoss, inklusive Trainerkabine und Betreuerräume. Damit wird im Keller für zwei Nachwuchsmannschaften zusätzlicher Platz geschaffen.

Damenstützpunkt Villach

Das Bundesleistungszentrum für den Dameneishockeysport soll in Form eines Akademiestandortes für U16-, U18- und A-Nationalteams umgesetzt werden.

Um den Anforderungen für Frauenteams gerecht zu werden, wird es für die Damen eigene Kabinen, Trainer- und Arbeitsräume in für Nationalteamcamps und -turniere geben.

Ausständig ist aktuell noch die Detailausschreibung dieses Projektes.

Im Herbst 2020 wird mit dem Projekt (Baufreimachung) begonnen. 2024 soll es umgesetzt sein. Für den VSV wird diese Zeit eine Herausforderung, zumal die Bauarbeiten neben dem vollen Spielbetrieb stattfinden muss.

Gernot Mittendorfer, Präsident des ÖEHV, sieht den Weg der österreichischen Eishockey-Damen auf einem guten Weg, aber: „Um das Dameneishockey weiterzuentwickeln, muss auch die entsprechende Infrastruktur gegeben sein. Den Beschluss für ein Bundesleistungszentrum gibt es seit zehn Jahren. Wir haben davor auch mit Kapfenberg Gespräche geführt. Wir haben uns für Villach entschieden, weil hier alles, bis hin zu den schulischen Einrichtungen, alles passt.“

Landessportdirektor Arno Arthofer: „Kärnten ist das Eishockey-Bundesland Nummer eins. Es hat gefühlte 100 Jahre gedauert, bis wir zum heutigen Tag gekommen sind. Mit dem Eishallenprojekt und dem dazugehörigen Bundesleistungszentrum, sowie jenem in Klagenfurt etabliert sich Kärnten als Eishockey-Bundesland Nummer eins.“

So sieht das Eishallen-Projekt in Villach nach derzeitigem Stand aus: