Aus was bestehen die meisten Vorstellungsgespräche? Richtig, aus nervenaufreibenden Fragen. Pünktlich zur neuen Saison haben wir die Klubs der Erste Bank Eishockey Liga zum Vorstellungsgespräch gebeten. Mit allem, was dazu gehört. Die Anrede ist Per Sie, die Fragen sind mehr oder weniger leicht zu beantworten und kommen druckfrisch aus den Personalbüros des Landes. Heute im Vorstellungsgespräch: Der Trainer von Medvescak Zagreb: Aaron Fox. Bitte, nehmen Sie doch Platz. // Text: DK

servushockeynight.com: Erzählen Sie uns etwas über Ihre Vorbereitung.

Aaron Fox: Wir haben unseren Jungs heuer etwas extra Freizeit gegeben, da die Saison ja etwas später startet. Wir sind mit den neuen Spielern sehr zufrieden, alle sind in einem guten Zustand aus der Sommerpause zurückgekehrt. Ich freue mich einfach auf die kommende Saison.

Was wissen Sie über die Firma, bei der Sie tätig sind?

Wir sind ein kleiner Club, Kroatien ist ein kleines Land, in dem es insgesamt nur zwei Eishockeyspielfelder gibt. Medvescak hat sich eine großartige Historie aufgebaut, zudem ist Zagreb eine wundervolle Stadt. Darum finden wir auch immer wieder gute Spieler, die zu uns kommen willen und die uns dabei helfen, ein großartiges Produkt auf das Eis zu bekommen.

An welchen 3 Dingen werden Sie bis zum Saisonstart arbeiten?

Unser Fitness-Level, die Identität, mit der unser Team auftreten soll und die Zuverlässigkeit – jeder soll auf den anderen zählen können. Die Spieler müssen sich auf mich, unsere Teamleader verlassen können – ebenso umgekehrt. Es geht um einen äußerst positiven Zugang zu der Materie.

Wie kann man den Begriff Identität verstehen?

Die DNA des Teams. Wie werden wir spielen? Welchen Stil haben wir? Welche Teile des Spiels wollen wir dem Gegner aufzwingen? Solche Sachen. Wenn wir diese DNA verankert haben, werden Spiele gegen uns wirklich hart.

Die Position des Trainers ist neu für Sie: Was sind Ihre größten Stärken?

Meine Kommunikationsmethoden sehe ich als große Stärke von mir. Ich bin sehr transparent. Ich will, dass die Jungs ihre Situation vom ersten Tag weg richtig einschätzen können – dafür steht meine Tür auch immer offen. Das heißt aber nicht, dass jeder das hören will, wenn er durch die Tür wieder rausgeht. Es geht ehrlich und fair zu.

 … und die Schwächen?

Die Perspektive des Trainers ist neu für mich. Auf der Straße wird es einige Schlaglöcher geben. Es wäre dumm, zu glauben, dass ich gegen Fehler immun wäre. Dafür haben wir aber mit Douglas Bradley auch einen erfahrenen Assistant-Coach zurückgebracht, der mir gerade in den schweren Phasen zur Seite stehen wird.

Was können die Bulldogs in der Liga bieten, was andere Mitbewerber nicht bieten können?

Das Insiderwissen über die Liga. Ich habe die Liga in der Scorerliste angeführt, ich hatte auf diesem Level viel Erfolg und weiß, was man dazu braucht. Wenn man sich an mein Spiel erinnert, wird man schnell die Fragen hören: ‚Wie hat der das geschafft? Sein Eislaufen ist nicht gut, er war nicht fit‘, aber ich habe das Spiel anders gesehen zu der Zeit und habe viele vermeintliche Schwächen zu meinen Stärken gemacht. Mein Zugang zu Eishockey hebt mich von den Mitbewerbern ab.

Wo sehen Sie sich am Ende der Saison?

Wir haben uns als Gruppe gleich am ersten Tag der Vorbereitung Ziele gesteckt: Eines davon lautet, dass wir nach 44 Spielen in den Top 6 sind und wir uns so zusätzlichen Stress sparen. Wenn wir Gesund bleiben und unser bestes Eishockey zum richtigen Zeitpunkt abrufen können, müssen wir uns selbst die Chance einräumen, die Meisterschaft zu gewinnen – dafür sind wir alle hier. Das hätte in der KHL nicht funktioniert. Es ist gut für unsere Fans, dass die Meisterschaft unser Ziel sein kann und nicht das Spiel um den zehnten Platz in der Endabrechnung. Wir sind hier, um erfolgreich zu sein.

Warum denken Sie, dass Ihr Verein die richtige Besetzung für diese Stelle ist?

Ich habe sehr Selbstvertrauen in mich selbst. Ich hatte in Innsbruck noch ein Jahr Vertrag, als ich mich – ohne große Erfahrungen – dazu entschloss, den Posten des Sportdirektors in Zagreb zu übernehmen. Mit der nötigen Leidenschaft, dem Wissen und einem guten Team im Hintergrund sehe ich keinen Grund, warum es keine erfolgreiche Saison werden sollte.

Sind sie bereit, für diese Position Überstunden zu leisten?

Oh Mann: Wenn du in diesem Business keine Überstunden leisten willst, bist du schnell wieder weg. Also: JA! (lacht)

Video: Erste Bank Eishockey Liga – 12 Checks in 90 Sekunden